Sa, 21. April 2018

Hofübernahmen

06.04.2018 06:00

Jung-Bauern melken Tierlein mutig weiter

Lange Zeit hatten Salzburger Bauern Nachwuchsprobleme. Heute boomt der landwirtschaftliche Generationen-Wechsel: Alleine im Jahr 2017 übernahmen rund 200 Landwirte einen Hof, nur 75 Bauern hörten auf. Auch Franz Strasser aus Mattsee hat einen Milchviehbetrieb übernommen. Nun ziehen Ziegen ein.

Gisi scheint zufrieden. Neugierig stapft das weiße Saanen-Ziegenkitz durch das frisch eingestreute Stroh zum prall gefüllten Futtertrog. Schon seit Februar lebt sie mit ihren 49 tierischen Mitbewohnern am Hansenhof in Mattsee von Franz Strasser, der im Jahr 2017 den Betrieb von seinen Eltern übernommen hat und ihn neu ausrichtet.

So wie Strasser haben alleine im vergangenen Jahr rund 200 Bauern - rund 50 Prozent mehr als noch in im Vorjahr- einen Bauernhof in Salzburg übernommen.

Und das habe verschiedene Gründe, wie Landesrat Josef Schwaiger berichtet: „Zum einem glauben die Jungbauern an die Landwirtschaft, gleichzeitig sind regionale Produkte sehr gefragt und werden wertgeschätzt. Und die Bauern tauschen sich besser aus.“

Mit Gisi und ihren Kolleginnen hat der Jung-Bauer große Pläne: Sie sollen nach den Kühen nun die Bio-Milch geben.

Mit der Umstellung will die Familie das Überleben des Nebenerwerb-Betriebes sichern. „Wir glauben, dass wir mit 100 Ziegen einen besseren Ertrag erwirtschaften können als mit unseren zwölf Milchkühen“, ist Strasser sicher. Ab 2019 sollen die Ziegen gemolken werden, die Kühe finden dann neue Besitzer.

Ans Aufhören denken in Salzburg nur wenige Bauern: Nur rund 75 der zirka 9000 Landwirte haben 2017 aufgehört.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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