Mo, 23. April 2018

Informationskampagne

05.04.2018 12:34

Sicher? Nur in Ihrer Apotheke

Was tun, wenn Sie in der Nacht Beschwerden haben? Wenn die Kinder über Halsweh klagen, Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen oder Sie bedenken haben, dass Ihr Arzneimittel den Sicherheitsbestimmungen entspricht? Sie gehen in die Apotheke.

Wussten Sie, dass Aspirin für Kleinkinder lebensbedrohlich sein kann? Oder, dass Nahrungsergänzungsmittel mit verschriebenen Arzneien Wechselwirkungen eingehen? Die Beratung in den 1400 österreichischen Apotheken mit 400.000 Kundenkontakten täglich (!) ist noch weit vielfältiger, soll nun aber im Zuge einer neuen Kampagne von Österreichischer Apothekerkammer, Österreichischem Apothekerverband, Verband Angestellter Apotheker Österreichs und Forum!Pharmazie ausgeweitet und modernisiert werden, wie bei einer Pressekonferenz in Wien berichtet. „Für uns ist die Versorgungssicherheit der Bevölkerung wesentlich, aber auch deren Gesundheitskompetenz, die wir verbessern helfen wollen. Vielen ist gar nicht klar, wie viel die Apotheker zur öffentlichen Gesundheitsversorgung beitragen - in der Grippezeit heuer wäre sie ohne unsere 24-stündige Präsenz wahrscheinlich zusammengebrochen“, so die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr.

Schwerpunkt der Aufklärungsoffensive: Arzneimittelfälschungen aus dem Internet. Die kriminellen Machenschaften mafiöser Strukturen nehmen immer mehr zu - der österreichische Zoll hat neuesten Berichten zufolge 2017 bei 1.018 Sendungen 54.895 Medikamentenplagiate im Wert von 1.097.460 Euro aus dem Verkehr gezogen. Die Ware wird meist in Indien hergestellt. 95 Prozent aller von den Behörden aufgegriffenen Medikamente aus dem Internet sind fake! Im harmlosesten Fall nur teuer und wirkungslos, im schlimmsten tödlich. Bei Analysen finden sich Tierkot, Mauer-, Staub-, Giftbestandteile und andere Grauslichkeiten etwa in Potenzmitteln, Schlankheitspillen und Muskelaufbaupräparaten. Die Internetseiten der Anbieter sehen aus wie echte Apothekenseiten, auch die Verpackungen werden originalgetreu kopiert. „Daher liegt der Schwerpunkt unserer Aktion auf dem Thema Sicherheit“, bekräftigt  Mag. Jürgen Rehak, Präsident Österreichischer Apothekerverband. Der Internethandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist in Österreich übrigens verboten.

Zahlen und Fakten:

  • 2017 haben Österreichs Apotheker rund 100.000 Stunden Nachtdienst geleistet
  • Rund 6.000 verschiedene Medikamente lagern in einer Apotheke, das sind etwa 19.500 Packungen
  • Jedes Jahr fertigt eine Apotheke im Durchschnitt 3.300 Medikamente (magistrale Zubereitungen) individuell für Patienten an, vor allem bei Hautkrankheiten
  • Im vergangenen Jahr gingen 76.930 Anrufe beim Apothekenruf 1455 ein, die Apo-App wurde mehr als 600.000 Mal heruntergeladen

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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