Mi, 22. November 2017

Sparpaket umgesetzt

28.10.2009 17:15

Geburtenstation in Mittersill steht kurz vor dem Aus

Blankes Entsetzen in Mittersill: "Davon habe ich bis jetzt kein Sterbenswörtchen gehört", sagt Bürgermeister Wolfgang Viertler. Und tatsächlich sind die Pläne noch streng geheim, sie sollen erst nächste Woche in den Landtag kommen: Beim Sparpaket beschloss die Regierung, dass die Geburtenstation im Krankenhaus Mittersill zugesperrt wird – und zwar so rasch wie möglich.

"Krone"-Leser erinnern sich: Anfang des Vorjahres wollte Landeschefin Gabi Burgstaller als Gesundheitsreferentin die Station zusperren – das scheiterte am großen Widerstand im Oberpinzgau.

Und jetzt kommt die Schließung durch die Hintertür: Im Sparpaket gehört das Aus für die Geburtenstation in Mittersill zu den Kürzungen, die SP-Landesrätin Erika Scharer durchsetzen will. "Es bleibt uns nichts andres übrig", meinte sie am Mittwoch zur "Krone".

Stärkung für Standort Zell am See
Begründung fürs Zusperren diesmal: "Die Auslastung der Station sank trotz aller Bemühungen weiter ab", berichtet die Landesrätin. Außerdem verweist das Land auch auf die Gynäkologie in Zell am See. "Dort ist die Zahl der Geburten in den letzten zwei Jahren auch zurückgegangen."

2007 kamen in Zell 374 Babys zur Welt, 2008 waren es nur noch 358. "Zu wenig, um die Richtlinien des Bundes zu erfüllen", heißt es beim Land. Sobald in einer Station weniger als 400 Kinder geboren werden, schrillen die Alarmglocken. "Wir sperren Mittersill zu und stärken damit die Zeller, damit es nicht auch dort zu Diskussionen kommt."

Umsetzung beginnt
Viertler ist sprachlos: "Wir vertrauten darauf, dass die Station bis mindestens Ende 2011 besteht, wie im Vorjahr vom Land zugesichert." So lange dürfte es bis zum Zusperren nicht dauern: "Wir fangen jetzt mit der Umsetzung an", erläutert Scharer. Sie stützt sich auch auf eine Studie der Ärztekammer vom heurigen Juli: "Die fiel für die Geburtenstation in Mittersill auch sehr kritisch aus", schildert die Landesrätin.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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