So, 22. April 2018

Häuslbauer enttäuscht:

04.04.2018 08:36

Frust über „Wohn-Lotterie“: Alle Förderungen weg

Faire Vergabe ist in der Wohnbauförderung weiterhin Fremdwort: Am Dienstag war wieder „Förder-Tag“. Um Punkt neun Uhr saßen Antragsteller vorm PC. Über die Ansuchen entscheiden schnelleres Tippen oder Computer-Leistung. 53 Errichtungsförderungen waren in zwei Minuten vergeben. Viele Häuslbauer sind frustriert.

„Wir haben alles gut vorbereitet“, erzählt ein zweifacher Familienvater aus dem Oberpinzgau. Er hatte die Unterlagen parat und gab die Daten vom neuen Haus richtig ein. Zuerst leuchtete der Antrag dann auch grün: „Wir waren vorne dabei.“

Das System ließ sich  noch mit der wichtigen Energieausweis-Zahl füttern. Doch dann tat sich plötzlich nichts mehr. „Wir haben gewartet und gewartet“, verfolgte die Familie gebannt, was am Monitor passiert. Schließlich geht es um rund 40.000 Euro. Dann leuchtete plötzlich  „Leider nein!“ auf. Es war schon ihr zweiter Versuch. „Jetzt müssen wir offenbar wieder bis Juli warten“, ist der Vater frustriert.  Aus Angst vor weiteren Nachteilen im unfairen System will er lieber anonym blieben.  Seine Baustelle steht jetzt still. Ohne den Einmal-Zuschuss wird es zu knapp im Baubudget.

So wie ihm geht es unzähligen anderen auch. Besonders groß ist die Flut an Anträgen bei der Neuerrichtung, also den klassischen Häuslbauern.  Nach 1,34 Minuten waren die Förderungen weg, nach 2,10 Minuten auch die Plätze auf der Warteliste vergeben. Kurzzeitig sei die Homepage des Landes abgestürzt, berichten Förderwerber. Etwas weniger angespannt ist die Situation beim Kauf und in der Sanierung - es gibt jeweils noch ein Kontingent. Die Sanierungs-Förderungen für Häuser ab drei Wohnungen waren aber auch bereits um 9.33 Uhr erschöpft.

„Die Kapazität unseres Servers wurde für diesen Termin extra nochmals erhöht“, ist man im Büro von Landesrätin Brigitta Pallauf um Nachbesserungen bemüht. Auch die Formulare seien bereits vereinfacht worden. Von der Opposition hagelt es aber Kritik: Auch Pallauf habe die von Vorgänger Hans Mayr installierte Förderung, die nach Lotterie-Prinzipien funktioniere, nicht im Griff. Pallauf: „Der Andrang zeigt, wie interessant und gefragt die Förderung  ist.“ 97 Errichtungs-Förderungen wurden schon im ersten Quartal vergeben. Jährlich sind es 200. Die nächste Chance gibt es erst wieder im Juli.

53 Förderungen in nur zwei Minuten vergeben

„53 genehmigte Errichtungsanträge sind viel zu wenig“, kritisiert der Pinzgauer FPS-Abgeordnete Markus Steiner  die unendliche Geschichte um die Förder-Zustände. Verzweifelte Antragsteller aus ganz Salzburg wendeten sich hilfesuchend an ihn. „Es  sind einige  Fälle bekannt geworden, wo Förderwerber bereits im Jänner aus dem System geflogen sind, und jetzt wieder.“

Verbesserungen im System gefordert

Banale Kriterien entscheiden über eine Zuschlag: Wer schneller tippt, hat weit größere Chancen. Mit einem alten PC haben Förderwerber von vornherein einen Startnachteil.  Das FPS will das System auf solide Beine stellen,  fordert eine Aufstockung der Wohnbauförderungsmittel und dass eine Beratungsstelle für Häuslbauer und Wohnungsbesitzer eingerichtet werden soll.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann

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