Mo, 23. April 2018

Arzt nach Lauda-Flug:

30.03.2018 06:00

„Keine Masern mehr, wenn sich jeder impfen lässt“

Nach dem Jungfernflug einer Laudamotion-Maschine von Wien nach Düsseldorf erkrankte ein Mann an Masern - wir berichteten. Journalisten und andere Passagiere wurden von der Sanitätsdirektion Niederösterreich aufgefordert, sich bei den Gesundheitsbehörden zu melden. Die „Krone“ fragte bei einem Arzt nach, wie groß die Gefahr einer Ansteckung wirklich ist.

„Krone“: Edgar Wutscher, Sie sind Allgemeinmediziner. Besteht die Gefahr einer Ansteckung für die Passagiere?
Edgar Wutscher: Gefahr ist übertrieben, natürlich besteht eine Chance, diese ist aber winzig. Ich muss in unmittelbarer Nähe gesessen und vom Erkrankten angehustet worden sein, dass ich mich anstecken kann. Man darf es nicht verharmlosen, aber Panik wäre hier unangebracht.

Welche Symptome verursachen Masern?
Es ist eine Infektionskrankheit wie die Grippe. Neben Fieber und Frösteln können auch massive Halsschmerzen und der typische Masernausschlag auftreten. Behandeln lassen sich wie bei der Grippe nur die Symptome.

Was raten Sie dann Patienten, wenn sie glauben, an Masern erkrankt zu sein?
Ruhig bleiben und zum Arzt gehen. Der nimmt Blut ab und kann bestimmen, ob man Masern hat oder nicht. Würden sich alle Erwachsenen dagegen impfen lassen, gäbe es keine Masern mehr. Der Schutz hält zehn Jahre, teils das ganze Leben lang. Man ist dann auch kein Überträger mehr.

Lauda: „Noch keine Meldung über eine weitere Erkrankung“
Niki Lauda, Chef der neuen Billigfluglinie Laudamotion, sagte am Mittwochabend, dass er noch keine Meldung über eine weitere Erkrankung von Passagieren bekommen habe. Er selbst sei „pumperlgsund, mir ist bisher noch nichts aufgefallen“. An Bord des Testflugs vom 20. März waren zahlreiche Journalisten, Mitarbeiter und Gewinner eines Facebook-Preisausschreibens.

Masernerkrankung ist meldepflichtig
Eine Masernerkrankung ist in Österreich meldepflichtig. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich acht bis 14 Tage. Im Anschluss beginnt meist ein Vorstadium mit Fieber, Schnupfen, trockenem Husten, Bindehautentzündung und kalkspritzerartigen Flecken an der Wangeninnenseite.

Interview: Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung/krone.at

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