Mo, 23. April 2018

Studie soll es klären

29.03.2018 06:35

Was läuft in den Grazer Moscheen?

Die Stadt Graz weiß viel zu wenig darüber, was in den Grazer Moscheen eigentlich vor sich geht – laut Exekutive steht etwa die Hälfte sogar unter Radikalen-Verdacht. Der Grazer VP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner will nun per Studie mehr Licht ins Moscheen-Dunkel bringen.

Nach zwei kritischen Studien über Islam-Lehrer und muslimische Flüchtlinge (wir haben ausführlich berichtet) will der Grazer VP-Sozialstadtrat Kurt Hohensinner den nächsten Schritt für mehr Transparenz setzen – und viel stärker als bisher in die Grazer Moscheen hineinschauen.

Hohensinner: „Wir wollen uns jetzt der Glaubenspraxis in den Grazer Moscheen widmen. Die Moscheen sind für viele Zugezogene wichtige Autoritäten, und ihre Arbeit kann entweder integrationsfördernd oder integrationshemmend sein.“

Offizielle und verdeckte Besuche

Und das sind die drei wesentlichen Hohensinner-Vorhaben:

- Per Studie sollen folgende Fragen geklärt werden: Was wird in Grazer Moscheen eigentlich gelehrt? Wird auf Deutsch gepredigt? Wird die Integration gefördert? Wird der Nationalismus gefördert (die meisten Grazer Moscheen sind ja strikt nach Ethnien getrennt)? Wird das islamische Weltbild über das westliche gestellt?

Hohensinner will dafür mit dem Österreichischen Integrationsfonds zusammenarbeiten, der schon für Wien eine solche Studie beauftragt hat. Es soll sowohl offizielle Besuche und Gespräche in den Grazer Moscheen geben aber auch verdeckte, bei welchen dann zum Beispiel die Predigten aufgezeichnet werden.

Bei der Studie in Wien wurde von 16 Moscheen übrigens nur eine einzige als dezidiert integrationsfördernd eingestuft.

- Hohensinner will aktiv mit den Moscheen in Kontakt treten – mit Workshops und Vorträgen zu Themen wie Religion und Staat oder die Rolle von Frau und Mann in der westlichen Gesellschaft.

- Die Moscheen sollen dazu angehalten werden, ihre Predigten gänzlich oder zumindest teilweise auf Deutsch zu halten. Hohensinner: „Die Studie in Wien hat gezeigt, dass nur die eine Moschee, in der auf Deutsch gepredigt wird, auch ein multiethnisches Publikum anzieht.“

Eine rechtliche Handhabe, Predigten auf Deutsch vorzuschreiben, gibt es freilich nicht.

Hohensinner: „Wir sind gefordert, bei den Moscheen genauer hinzuschauen. Wir wollen aber auch den aktiven Dialog mit den Grazer Moscheen suchen.“

Hälfte der Moschee unter Radikalen-Verdacht

Aus Polizeikreisen ist zu hören, dass etwa die Hälfte der ca. 20 Moscheen in Graz radikale Tendenzen aufweisen – wir haben mehrere Male ausführlich berichtet!

Gerald Richter
Gerald Richter

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