Sa, 18. November 2017

Röntgen soll helfen

24.10.2009 10:01

„Verjüngter“ Dieb hätte Gutachter auch getäuscht

Der junge Serieneinbrecher aus Ansfelden ist so schmal und zart, dass er tatsächlich für 13 statt 15 gehalten werden konnte und auch Gutachter getäuscht hätte. Denn nur so durfte bisher das Alter bestimmt werden, erst im jetzt beschlossenen Fremdenrechtspaket wurde unmanipulierbares Knochenröntgen beschlossen.

Die Fremdenpolizei ahnte schon immer, dass beim Alter munter geschwindelt wird – aus den verschiedensten Gründen. „Je jünger jemand ist, desto eher bleibt ihm die Schubhaft erspart“, erläutert Sicherheitsdirektor Alois Lißl ein Beispiel.

Und Kriminelle werden erst strafmündig, wenn sie 14 Jahre alt sind. Doch der Afghane Araf würde auch mit 13 bei weitem nicht zu den jüngsten Gaunern gehören: Im vergangenen Jahr waren in Oberösterreich 106 Täter noch nicht einmal zehn Jahre alt, weitere 1.012 hatten ihren 14. Geburtstag ebenfalls noch vor sich.

In der Gruppe der 14- bis 18-jährigen Jugendlichen listet die Kriminalstatistik 7.184 strafbare Handlungen auf. Erst heuer im Sommer hatte ein siebenjähriger Einbrecher aus Bad Ischl für Aufsehen gesorgt: Mit seinem 13-jährigen Bruder sowie drei weiteren Buben im Altern von zehn, 14 und 15 war er erst bei Serien-Geldtaschendiebstählen im Freibad ertappt worden und hatte dann vier Mal die Eisschützen- und Kegelhalle geplündert.

Seither ist das Quintett nicht mehr erwischt worden, dafür aber zwei andere Jung-Ganoven: Die beiden Zehnjährigen zerschlugen mit einer Hacke einen Bagger und richteten 20.000 Euro Schaden an, zwei weitere knapp 14-Jährige brachen in ein Gasthaus ein und stahlen Zigaretten. Auch der Vandalismus letztes Wochenende dürfte aufs Konto Jugendlicher gehen.

"OÖ-Krone"
Symbolbild

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