Di, 17. Oktober 2017

"Zeugen" sahen nichts

23.10.2009 14:54

Prozess um Überfall auf 20-Jährigen in Korneuburg

Drei Burschen, die in der Nacht auf den 25. Juli 2009 nach einem Rave in der Korneuburger Werft einen 20-Jährigen mit äußerster Brutalität vor den Augen mehrerer Jugendlicher überfallen hatten, haben sich am Freitag im Wiener Straflandesgericht verantworten müssen. Auf die Frage, warum er dem Burschen am Korneuburger Bahnhof mehrere Faustschläge ins Gesicht versetzte, erwiderte der Hauptangeklagte, ein 17 Jahre alter Beschäftigungsloser: "Aus Dummheit."

Als das Opfer zu Boden ging und sich vor Schmerzen krümmte, traten noch die beiden Begleiter des 17-Jährigen – 16 und 18 Jahre alt – mit Füßen auf den Verletzten ein. Dann nahm man ihm die Geldbörse ab und teilte den Inhalt – 50 Euro – untereinander auf.

Zeugen griffen nicht ein
Die gewalttätigen Szenen dürften zahlreiche Besucher der Veranstaltung mitbekommen haben, die am Bahnhof auf den ersten Frühzug zurück nach Wien warteten. Keiner von ihnen kam allerdings dem 20-Jährigen zu Hilfe, der eine schmerzhafte Zerrung der Halswirbelsäule, ein Hämatom am linken Auge und Prellungen am ganzen Körper davontrug.

Einige der mutmaßlichen Augenzeugen hatte Richterin Martina Frank nun als Zeugen zur Verhandlung geladen. Sie gaben vor, im Wartehäuschen geschlafen zu haben und erst aufgewacht zu sein, als das Ganze schon vorbei war. Ein Bursch erklärte, das Opfer habe zwar geblutet, aber sich ein Getränk besorgen wollen. Da habe er sich gedacht, diesem könne nicht viel passiert sein.

Opfer selbst alarmierte Polizei
Es war das Opfer selbst, das die Polizei verständigen und zum Bahnhof dirigieren musste. Die Beamten konnten die Täter dort festnehmen, nachdem  der 20-Jährige sie eindeutig identifiziert hatte. Das Trio hätte ebenfalls mit dem ersten Zug zurück in die Bundeshauptstadt fahren wollen.

Die Verhandlung wurde auf Anfang Dezember vertagt.
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