Mi, 25. April 2018

Mehrere Verletzte

23.03.2018 13:36

Georgien: Lift-Drama war „ein menschlicher Fehler“

Der dramatische Skiliftunfall im georgischen Ferienort Gudauri mit mehreren Verletzten (Video oben) ist ersten Erkenntnissen zufolge auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen. Der vom Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr im Jahr 2007 gebaute Skilift habe sich in einem „technisch perfekten Zustand“ befunden, gab das georgische Wirtschaftsministerium am Freitag bekannt.

Der Vierer-Sessellift in Gudauri im Norden Georgiens war vergangene Woche - wie berichtet - plötzlich mit hohem Tempo rückwärtsgelaufen. Dabei wurden mehrere Personen aus den Sesseln geschleudert oder bei Sprüngen verletzt. Auch neun Skitouristen aus Oberösterreich befanden sich zum Unfallzeitpunkt auf dem Lift, sie kamen mit dem Schrecken davon.

Anlagenbediener handelte nicht nach den Vorschriften
Wie das georgische Wirtschaftsministerium nun unter Berufung auf einen Vorabbericht des unabhängigen französischen Instituts Veritas, das mit der Prüfung der Vorgänge beim Unfall befasst wurde, mitteilte, war das Unglück wie vermutet zunächst durch einen Stromausfall ausgelöst worden. Der Vierer-Sessellift kam zum Stillstand und hätte laut den Vorschriften vom Anlagenbediener mithilfe eines Dieselaggregats wieder zum Laufen gebracht werden sollen, um die Menschen auf dem Lift in Sicherheit zu bringen. Der Anlagenbediener habe die vorgeschriebenen Aktionen aber nicht den Regeln entsprechend ausgeführt. „Es war ein menschlicher Fehler“, so das Ministerium.

Sessellift war „in perfektem technischem Zustand“
Der Sessellift sei pünktlich inspiziert worden - zuletzt umfassend am 22. Dezember 2017 - und habe sich „in perfektem technischem Zustand“ befunden. Ebenso sei das für die Technik zuständige Liftpersonal in den vergangenen Jahren in sämtlichen Aspekten, auch der Sicherheit, geschult worden, unter anderem auch am Doppelmayr-Stammsitz in Wolfurt in Vorarlberg.

Verantwortliche suspendiert, Abschlussbericht folgt
Als erste Konsequenz aus dem Unfall, den das Ministerium als „Ausnahmefall“ bezeichnete, wurden der Anlagenbediener sowie zwei hochrangige Manager des betroffenen Skigebiets in Gudauri suspendiert bzw. von ihren Aufgaben entbunden. Die beiden Manager sollten sich so ihrer - auch moralischen - Verantwortung stellen.

Als nächstes wird nun Veritas die Analyse und Aufarbeitung des Unfalls fortführen. Weitere Informationen soll es geben, wenn ein Abschlussbericht vorliegt. Dann sollen weitere Entscheidungen, auch in strafrechtlicher Hinsicht, getroffen werden.

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