Sa, 21. April 2018

Columbo-Spiel

22.03.2018 09:14

Derby-Eskapaden: Rapid rudert nicht zurück!

„Typisch Rapid, jetzt rudern sie wieder zurück!“ Das hört man dieser Tage öfters. Weil in Hütteldorf vier Hausverbote nach den Derby-Eskapaden wieder aufgehoben wurden. Der alte Kuschelkurs? „Nein“, sagt Geschäftsführer Christoph Peschek. „Aber die Rechtsstaatlichkeit gilt auch im Fußball. Wir bestrafen niemanden, der nachweislich nichts getan hat. Wir sind gegen Kollektivstrafen.“ 

Tagelang „spielte“ Grün-Weiß CSI Hütteldorf. Anhand der Überwachungs-Videos versuchte der Klub, die Übeltäter auszuforschen. Was bei den Feuerzeug-Werfern, angesichts der Größe des Corpus Delicti, nicht so leicht ist. Und wenn man den Werfer zwar identifizieren kann, aber nicht namentlich kennt, wird’s noch komplizierter. Dann muss sein Weg im Stadion bis zum Einlass rückverfolgt werden. Ehe man anhand von Drehkreuz und Uhrzeit elektronisch den Namen ausgespuckt bekommt. Aber nur des Karten-Käufers. Der muss, da man mehrere Tickets kaufen kann, aber nicht der „Täter“ sein. Frag nach bei Austrias Alex Borkovic, der im Derby unschuldig zum Handkuss kam, weil seine Karten über Umwege bei den Flitzern gelandet waren.

Bei vier Rapid-Fans, einer saß sogar auf der anderen Seite des Stadions, stellte sich heraus, dass sie nachweislich nicht die Übeltäter waren. Daher hob der Klub die Hausverbote auf. Die übrigens still und leise von 13 auf 15 angewachsen waren, jetzt bleiben es 11 „Ausgesperrte“. Für Peschek noch immer ein Zeichen, dass rigoros durchgegriffen wird: „Aber wir werden nicht aus Populismus heraus die Falschen bestrafen.“ Und er hofft endlich auf Ruhe. Sonst muss er bald neue Mitarbeiter anstellen, die dann Columbo spielen.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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