Di, 21. November 2017

13-Jähriger als Täter

21.10.2009 09:49

Psychologe: Junger Serien-Einbrecher ist kein Einzelfall

Rebellion, Ausreißen und sogar Gesetzesbrüche sind Schreie nach Liebe und Geborgenheit: Alle auffälligen Kinder leiden an Verwundungen. Psychologe Dr. Max Kastenhuber anaylisiert das Verhalten von auffäligen Jugendlichen. Der 13-jährige Serieneinbrecher aus Ansfelden ist zwar ein Extrem-, aber kein Einzelfall.

Kinder fallen auch als Schulschwänzer, Ausreißer oder einfach durch schlechtes Benehmen auf. „Schwierige Kinder sind gekränkte und entwürdigte Kinder“, spricht der Psychologe Dr. Max Kastenhuber von verletzten Seelen.

"Große Sehnsucht"
Ein 13-jähriges Mädchen, das seit sieben Monaten im Heim lebt und sechs davon auf der Flucht war. Eine 16-Jährige, die notorisch die Pflichtschule schwänzte und jetzt erstmals Zuwendung bekommt – und freiwillig den Hauptschulabschluss macht. „Ihre sauberen und schönen Mappen sollten Sie einmal sehen“, ist Mag. Josef Maria Trimmel vom Jugendwohnheim Linz-Wegscheid stolz. Und ein wirklich schwieriger 13-jähriger Bub, der den Betreuer über dessen fast gleichaltrigen Kollegen auf Besuch fragt: „Ist das dein Papa?“ Für Trimmel steht fest: „Da ist eine große Sehnsucht nach einem Menschen, der zu ihm steht. Er will einen Vater haben.“

Auch der Psychologe Max Kastenhuber vom Zentrum Spattstraße in Linz hat Erfahrung mit verhaltensauffälligen Kindern. „Sie sind verletzt – nicht durch ein Einzelereignis, sondern durch viele kleine Speerspitzen. Das können auch gedankenlose Äußerungen sein, die signalisieren: Du bist nicht in Ordnung.“

Der Grat zwischen normaler pubertärer Aufsässigkeit und Problemfall ist schmal. „Es ist wichtig, wer beim so genannten ,Erwachen‘ nach einem Blödsinn wie zur Stelle ist. Wenn diese Anbindung gelingt, kann die Episode als Entwicklungsimpuls genutzt werden.“ Auch er ist überzeugt: „Jedes Kind braucht eine bindende Bezugsperson, noch besser sind zwei. Das müssen nicht unbedingt die Eltern sein.“

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