Mi, 25. April 2018

Aus Hygienegründen

20.03.2018 14:15

Handschuhe sollen aus Feinkosttheke verschwinden

Wer an der Feinkosttheke bedient, sollte Einweghandschuhe tragen. Diese Hygieneregel ist eine Selbstverständlichkeit – doch sie könnte, wenn es nach dem Arbeitsinspektorat geht, bald der Vergangenheit angehören. Denn so sauber und keimfrei ist die Arbeit mit Handschuhen keineswegs. Beim längerfristigen Tragen bildet sich im Inneren ein feuchtes Milieu - eine ideale Brutstätte für Keime, Hautkrankheiten und Allergene.

Einweghandschuhe symbolisieren beim Kunden Hygiene – doch Studien belegen, dass das gar nicht zutrifft. Diese Utensilien beseitigen „erwiesenermaßen nicht hygienische Defizite beim Umgang mit Lebensmitteln“, sondern führten bei den Verwendern wie den Kunden „zu einem falschen Gefühl der Sicherheit“, heißt es beim Arbeitsinspektorat. Aus Umweltschutzgründen und auch für die Gesundheit der Angestellten sollen die Handschuhe nun großteils aus der Feinkostabteilung verbannt werden.

Arbeitsinspektorat: Handschuhe sollen nur eigenem Schutz dienen
Das Arbeitsinspektorat möchte die auch aus Umweltschutzgründen und für die Gesundheit der Angestellten bedenklichen Handschuhe künftig nur noch dort eingesetzt sehen, wo sie sinnvoll sind: als persönliche Schutzausrüstung im Umgang mit gesundheitsgefährdenden Substanzen. Seit Dezember und noch bis Mai läuft eine erste Phase einer Schwerpunktaktion in heimischen Supermärkten. Sie soll Betreibern und Mitarbeitern aufzeigen, wo Einweghandschuhe notwendig sind.

Bei längerem Tragen entsteht ein feuchtes Milieu und die Hautschichten werden aufgeweicht. Juckreiz, Irritationen, aber auch Hautkrankheiten durch Keime oder Allergene seien die Folgen.

Bakterien siedeln sich binnen Minuten auf Handschuhen an 
Es wird vor allem auch auf eine Studie aus Deutschland verwiesen, die nahelegt, dass das Tragen von Handschuhen an Feinkostbedienungstheken keineswegs hygienischer ist als das Arbeiten mit bloßen - sauberen - Händen unter Verwendung geeigneter Werkzeuge. Besser seien also Zangen, Gabeln oder Folien im Umgang mit Wurst, Fleisch und Käse.

„Diese Studie hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass bereits nach fünfminütigem Umgang mit Lebensmitteln auf Handschuhen, Händen und Geräten eine starke Bakterienbesiedlung vorhanden ist. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Versuchspersonen mit oder ohne Handschuhe gearbeitet haben“, informiert das Arbeitsinspektorat. „Gepflegte, gesunde Hände und saubere Arbeitsutensilien sind hygienischer als jeder Einsatz von Einmalhandschuhen.“

Bei der laufenden Aktion handelt es sich um eine gemeinsame Initiative von Gesundheits- und Sozialministerium sowie dem dort etablierten Arbeitsinspektorat, Wirtschafts- und Arbeiterkammer, AUVA, ÖGB und Lebensmittelaufsicht. Die Kunden werden per Aushängen in den Geschäften informiert. „Ab 1. Mai arbeiten dann alle im österreichischen Lebensmittelhandel mit dieser Arbeitstechnik“, sagte Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Kärnten, gegenüber orf.at. Ältere Mitarbeiter hätten diese noch in ihren Lehrjahren eingeübt, für jüngere sei es eine kurze Umstellungsphase.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden