Do, 26. April 2018

„Frau sein in OÖ“

20.03.2018 11:45

Mit Stift, Papier und viel Gefühl

Aus dem Wunsch, die Deko für ihre Hochzeit selbst zu gestalten, wurde ein Beruf: Katrin Hofstadler aus Puchenau ist Expertin für Brush-Lettering. Ein Portrait aus der OÖ-Krone-Serie „Frau sein in Oberösterreich“.

Aus einem großen schwarzen Koffer holt sie eine Mappe hervor. „Mit dem bin ich immer unterwegs, wenn ich zu Workshops fahre“, erzählt Katrin Hofstadler und geht wieder in das kleine Büro zurück, in dem unzählige, selbst gezeichnete Sprüche an der Wand hängen, alle fein säuberlich gerahmt. Hofstadler selbst nimmt im Sessel Platz und greift zu einem Stift der Marke Tombow, in ihrem Klemmbrett hat sie ein Blatt Papier eingespannt.

“Ich schreibe auf Wände, Tafeln und Tischkarten“
Seit zwei Jahren ist das Zeichnen von Buchstaben und Worten für die Mutter von zwei Mädchen (3 und 4 Jahre) Alltag geworden. Brush-Lettering nennt man das. Hofstadler hat sich mit „Feine Schreiberei“ selbstständig gemacht, erledigt Auftragsarbeiten für Hochzeiten, Feiern und Firmen. „Ich schreibe etwa auf Wände, Tafeln und Tischkarten“, sagt die 32-Jährige, in deren Zuhause auch Blumentöpfe vor kreativen Einfällen der Hausherrin nicht sicher sind.

Andrang ist groß
Als sie ihre Hochzeit zu planen begann, war sie auf die Kunstwerke aus Worten gestoßen, wollte selbst so etwas haben. „Ich hab’ im Internet viel gesehen, aber meistens nur das Ergebnis – es hat gedauert, bis es klick gemacht hat“, erzählt Hofstadler, die mittlerweile auch Workshops und damit ihr Wissen und Know-how weitergibt. Der Andrang ist groß. „Dabei geht es um entschleunigen, etwas zu erschaffen, den Stift und das Papier zu spüren – es ist ein Loslösen von der digitalen Welt“, so Hofstadler.

STECKBRIEF KATRIN HOFSTADLER
Am liebsten bin ich:

Mitten im kreativen Chaos.
Welche drei Dinge habe ich immer bei mir, wenn ich unterwegs bin?
Meistens meine Kinder, mein iPhone und natürlich einen Stift.
Wenn ich einen Tag in meinem Leben wiederholen könnte, welcher wäre das?
Den Tag meiner Hochzeit.
Mein Ansporn:
Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen (Aussage von Poetry-Slammerin Julia Engelmann).
Der Rat, den ich meinem 18-jährigen Ich geben würde:
Mach weiter so. Du bist gut, so wie du bist.
Wovor fürchte ich mich?
Stillstand.
Wen bewundere ich?
Meine Mama.
Was macht mich wirklich glücklich?
Das Leben mit allem, was es mit sich bringt. Vor allem aber macht mich meine Familie glücklich.
Welche Eigenschaften schätze ich an anderen Menschen?
Intelligenz, Loyalität und Humor.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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