Sa, 21. April 2018

Viel Schadholz:

20.03.2018 10:39

Borkenkäfer setzt dem Tiroler Wald zu

131.000 Kubikmeter Borkenkäfer-Schadholz – mehr als zehn Prozent der gesamten Holznutzungsmenge – und einen wirtschaftlichen Schaden von geschätzten 4,5 Millionen Euro gab es im vergangenen Jahr in Tirol.

Dem Borkenkäfer den Kampf ansagen – das gilt es für die WaldeigentümerInnen im heurigen Frühjahr. Bereits das vergangene Jahr 2017 hat eine deutliche Zunahme der Borkenkäferschäden gebracht. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Dem Borkenkäfer den Kampf ansagen – das gilt es für die WaldeigentümerInnen im heurigen Frühjahr. Bereits das vergangene Jahr 2017 hat eine deutliche Zunahme der Borkenkäferschäden gebracht. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt. „Aufgrund des Engagements der Waldeigentümer und des raschen Einschreitens der Waldaufseher und Bezirksforstinspektionen sind wir im Österreichvergleich noch mit einem blauen Auge davongekommen. Damit die Schäden nicht weiter zunehmen, müssen wir auch heuer mit vereinten Kräften entsprechende Gegenmaßnahmen treffen“, betont Forstreferent LHStv Josef Geisler anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März. Das Land Tirol lässt die WaldbesitzerInnen dabei nicht alleine. Für die Bekämpfungsmaßnahmen stehen öffentliche Mittel zur Verfügung. Unterstützt werden etwa das Auslegen von Fangbäumen, die Entrindung von Holz in schwer zugänglichen Lagen sowie die Räumung von Schadflächen vor allem auch im Schutzwald. Die Waldaufseher und Bezirksforstinspektionen stehen als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite.

4,5 Millionen Euro Schaden

Der Wald erfüllt in Tirol eine wichtige Schutzfunktion und ist gleichzeitig auch eine bedeutende Einkommensquelle. Käferholz wird am Markt aber nur zu einem deutlich reduzierten Preis angenommen, weil die Verarbeitung höhere Kosten verursacht und nur weniger hochwertige Schnittware erzeugt werden kann. Der Einkommensverlust für die Tiroler WaldeigentümerInnen durch das Käferholz wird für das Jahr 2017 mit 4,5 Millionen Euro beziffert. Damit es zu keiner Massenvermehrung der Borkenkäfer und zu weiteren wirtschaftlichen Einbußen kommt, müssen die WaldeigentümerInnen im heurigen Frühjahr besonders engagiert gegen den Borkenkäfer angehen.

Wie die Bekämpfung von Borkenkäfern aussieht, skizziert Christian Schwaninger, Leiter der Abteilung Waldschutz in der Landesforstdirektion: „Neben der raschen Abfuhr der befallenen Bäume aus dem Wald, kann die Vermehrung der Käfer durch Fangbäume eingedämmt werden.“ Diese Fangbäume werden ab März vorgelegt und sind dann im Frühjahr sehr attraktiv für die überwinternden Borkenkäfer, die hier ihre Brut anlegen. Vier Wochen nach der Besiedelung werden die Fangbäume aus dem Wald gebracht. 

Anzeichen für einen Käferbefall

Typische Anzeichen für einen Käferbefall sind laut Schwaninger das Abplatzen der Rinde, starker Harzfluss und Spuren von Spechtarbeit im oberen Stammbereich. Starker Bohrmehlauswurf ist am Fuß des Stammes gut zu erkennen. Fichten, die bereits rote Kronen haben, müssen unverzüglich umgeschnitten, entrindet oder aus dem Wald gebracht werden.

Die Borkenkäfer, allen voran der so genannte Buchdrucker, zählen wegen ihrer überaus hohen Fruchtbarkeit und ihrem kurzen Generationszyklus zu den gefährlichsten Baumschädlingen. Aus einem einzigen Käferbaum können bis zu 50.000 Jungkäfer ausfliegen. Diese wiederum können 20 gesunde Bäume zum Absterben bringen.

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