Neue Studie

„Generation Selfie“ ist süchtig nach Anerkennung

Spätestens seit der Oscar-Nacht 2014, in der Talkmasterin Ellen DeGeneres ein Selfie mit den aktuellen Hollywood-Größen gemacht hat, ist das selbstgeknipste Foto salonfähig. Vorbei waren plötzlich die Zeiten, in denen nur 12-jährige Mädchen zugaben, dass sie Selfies schossen. Mittlerweile ist es das Merkmal einer ganzen Generation. Doch ist es wirklich noch das, was es einmal war? Ein spontanes Selbstbild eines Augenblicks? Nein. Eine deutsche Studie hat herausgefunden warum.

Mittlerweile hält man jedes noch so winzige Ereignis in seinem Leben auf einem Foto fest, das man schließlich in sozialen Medien mit der ganzen Welt teilt. Sei es das Mittagessen im neuen Restaurant, die Club-Nacht oder der romantische Spaziergang mit der besseren Hälfte - nichts bleibt mehr privat. Doch mittlerweile geht es nicht mehr nur darum, die schönen Augenblicke festzuhalten, sondern sie perfekt zu inszenieren.

#Selbstverliebtheit

Wie der Stern berichtet, hat das Institut Lönneker & Imdahl 1000 Menschen zu ihren Selfie-Gewohnheiten befragt und tiefenpsychologische Interviews geführt. Das Ergebnis bestätigt, was wahrscheinlich die meisten ohnehin schon länger denken: Die Selbstporträts sind Ausdruck extremer Selbstverliebtheit gepaart mit der Sehnsucht nach Anerkennung. Durch Likes und Kommentare wird letztere bedient.

#Almost Famous

Inzwischen haben sich auch die Berufsvorstellungen verschoben. Wollten vor zehn Jahren 14 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren durch Bild-Postings berühmt werden, sind es heute bis zu 30 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten macht täglich (26 Prozent) oder zumindest wöchentlich (39 Prozent) ein Selfie. Nur 15 Prozent gaben an, keine zu machen.

#Selbstdarstellung

Für ihre Fotos überlassen die Heranwachsenden jedoch nichts dem Zufall. Styling, Posing, Hintergrund und der richtige Blick in die Kamera - alles ist perfekt vorbereitet. Fast die Hälfte der Mädchen knipst mehr als 50 Bilder, bevor eines davon gepostet wird. Die Hauptmotive für diesen Aufwand: Kontrolle und die ideale Selbstdarstellung. Zugeben wollen das die Jugendlichen aber weniger gern, im Gegenteil, es ist ihnen peinlich. Deswegen werden die inszenierten Bilder als Urlaubsfotos oder Schnapschüsse interpretiert.

#Nicht die Realität

Wer auf Instagram also wieder das spannende Leben, die schöne Kleidung oder das gekonnte Posing der anderen beneidet: Ganz selten handelt es sich dabei um ein spontanes Foto. Im Prinzip ist es zu vergleichen mit den Bildern in Hochglanzzeitschriften - es ist einfach die perfekte Inszenierung eines Moments, aber nicht die Realität.

März 2018

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
Kommentare
Mehr