So, 22. April 2018

Schlaganfall

19.03.2018 17:00

Nach 24 Stunden noch Chancen auf Rettung

Neue Erkenntnisse und moderne Bildgebung machen es möglich: Künftig könnten mehr Patienten nach einem Hirninfarkt gerettet und ihnen eine lebenslange Behinderung erspart werden, wie auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der 15. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie vom 21. bis 23 März, in Linz berichtet. Ein weiteres Thema: Bessere Therapien bei Epilepsie

Bei größeren Blutgerinnseln (Thromben) hat sich deren mechanische Entfernung  bewährt – bisher galt der Grundsatz, dass eine Behandlung nur innerhalb eines Zeitfensters von sechs bis acht Stunden nach dem Ereignis gelingt. „Studien zeigen nun, dass eine Therapie auch bis zu 24 Stunden danach erfolgreich sein kann“, schilderte Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Vorständin der Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien. Dafür müsse jedoch die bildgebende Diagnostik erweitert werden. Bisher genügte es festzustellen, ob sich der Thrombus in einem Gehirnareal befindet, das mit einer Sonde erreicht werden kann. Setzt die Behandlung jedoch später ein ist es notwendig, zusätzlich herauszufinden, ob die betroffenen Gewebegebiete  noch zu retten sind. Dabei unterstützt die moderne Bildgebung.

Neuigkeiten auch für Epilepsiekranke:  Sieben von zehn Patienten können heute anfallsfrei leben - und das in den meisten Fällen ohne gravierende Nebenwirkungen-, weil in den vergangenen zwei Jahrzenten zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gekommen sind. Ein Drittel der Betroffenen spricht aber nicht auf medikamentöse Therapie an. Für sie kann eine verbesserte chirurgische Therapie Hilfe bringen, allerdins sollte in den ersten fünf Jahren operiert werden. „ Leider nutzen noch viel zu wenige diese Möglichkeit“, wie Prim. Priv.-Dozent Dr. Tim von Oertzen, Vorstand der Klinik für Neurologie 1, Kepler Universitätsklinikum Linz betont.

Die Akutversorgung in der Neurologie findet fast ausschließlich in Spitalsambulanzen rund um die Uhr statt. Etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten, die als Notfälle aufgenommen werden,  brauchen eine neurologische Versorgung. Prim. Fertl beklagt, dass dieses Fachgebiet in der Ausbildung für Allgemeinmediziner als Pflichtfach abgeschafft wurde und sie hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Ärzte neurologische Kenntnisse vermittelt bekommen, weil heute mehr Menschen von solchen Erkrankungen betroffen seien als von Atemwegsleiden, Magen-Darm-Beschwerden oder Krebs.  

Eva Rohrer, Kronenzeitung

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