Mo, 20. November 2017

Bund lenkt ein

19.10.2009 18:25

Milchbauern sind wieder im Geschäft mit Heer und Justiz

Seit Monaten stöhnen Bauern auch in Salzburg, weil die Milchpreise dramatisch gesunken sind. Doch von der öffentlichen Hand gibt es keine Unterstützung – im Gegenteil: Milchprodukte für Soldaten aus der Schwarzenberg-Kaserne in Wals werden seit Kurzem aus Bayern importiert. Nach scharfer Kritik lenkt der Bund nun ein.

"Ich bin betroffen", meinte Landes-Vize Wilfried Haslauer, selbst Reserveoffizier des Bundesheeres. Was ihn so empörte, war die Bundes-Beschaffungsagentur: Sie setzte durch, dass Milch, Käse und andere Milchprodukte für die Soldaten in der Walser Schwarzenberg-Kaserne seit einiger Zeit nicht mehr aus Salzburg kommen.

"Das Militär ist so oft auf die Bauern angewiesen, zum Beispiel bei Genehmigungen und Unterkünften für Manöver", meint Haslauer. "Da kann es doch nicht sein, dass ausgerechnet in der schwierigen Zeit für Milchbauern das 'weiße Gold' für die Kasernen aus dem Nachbarland importiert wird – so etwas ist eine Provokation für unsere Landwirte."

Dieser Protest wirkte: Die Bundesbeschaffungsagentur – für die Milcheinkäufe zuständig – lässt den Behörden mehr Freiheiten beim Einkauf, weil mehr Produkte im Angebot sein dürfen. Die Entscheidung für Milch und Käse aus Salzburg wird so erleichtert. Haslauer ist "für unsere Bauern zufrieden". Denn jetzt können Groß-Abnehmer wie die Kasernen oder das Gefängnis leichter Salzburger Milchprodukte kaufen. "Und trotzdem werden alle Vorschriften für die Ausschreibungen eingehalten", weiß der VP-Politiker.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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