Di, 24. April 2018

„Putins Agent“

19.03.2018 13:41

Sanktionen gegen Altkanzler Schröder gefordert

Angesichts der jüngsten Sanktionswelle gegen die russische Regierung werden nun auch Strafmaßnahmen gegen Deutschlands Altkanzler Gerhard Schröder ins Spiel gebracht. So bezeichnete das „Wall Street Journal“ am Wochenende den 73-jährigen Deutschen in einem Leitartikel als „Putins Trojanisches Pferd in der EU“ bzw. als „Putins Agent“. Der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin meinte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Es ist wichtig, dass es Sanktionen nicht nur gegen russische Regierungsmitglieder und russische Staatsunternehmen gibt, sondern auch gegen diejenigen, die im Ausland Putins Projekte vorantreiben.“

„Gerhard Schröder ist für Putin weltweit der wichtigste Lobbyist. Es sollte deshalb geprüft werden, wie die EU hier handeln kann“, so Klimkin weiter. Schröder war nach Ende seiner Kanzlerschaft 2005 zum Unternehmen Nord Stream gewechselt, das eine Gaspipeline von Russland durch die Ostsee direkt nach Deutschland plant. Nord Stream gehört mehrheitlich dem russischen Energiekonzern Gazprom.

Das Projekt wird von Kiew heftig kritisiert, weil es Russland ermöglichen soll, Gas direkt nach Westeuropa zu exportieren, ohne dass die Ukraine als Transitland darauf Zugriff hat. 2017 wurde Schröder zudem zum Chef des Aufsichtsrates des russischen Energiekonzerns Rosneft gewählt.

Deutsche Regierung lehnt Sanktionen gegen Schröder ab
Der CDU-Außenexperte Elmar Brok sagte der „Bild“, es sei „ein Skandal, dass ein ehemaliger Bundeskanzler jetzt die Interessen von Putin“ vertrete. „Und es ist erstaunlich, dass das bisher noch ohne Konsequenzen in der öffentlichen Diskussion geblieben ist.“ Auch der Grünen-Abgeordnete Cem Özdemir schlug sich auf die Seite des konservativen Politikers und bezeichnete den Sozialdemokraten als „Propagandist von Putin“. Özdemir erklärte: „Wer Schröder bucht, muss wissen, dass er ein Putin-Sprachrohr bekommt.“ „Überlegungen dieser Art“ stellt die Regierung in Berlin allerdings keine an, wie am Montag durch Regierungssprecher Steffen Seibert ausgerichtet wurde.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Tudor übernimmt
Udinese: Oddo nach elf Pleiten in Folge gefeuert
Fußball International
Ex-Werder-Fußballer
Ultras treten eigenem Spieler ins Gesicht
Fußball International
Pirlo als Co-Trainer?
Carlo Ancelotti soll neuer Italien-Teamchef werden
Fußball International
Drama im Traumurlaub
Wiener Taucherin von Speedboot gerammt - tot
Österreich
Kolumne „Im Gespräch“
„Ich muss nicht ins Leere schreien“
Life

Für den Newsletter anmelden