So, 22. April 2018

Bosnier wollte Ende

17.03.2018 06:33

Dieb kam nach 27 Jahren zu Prozess

Die Redewendung vom „langen Arm des Gesetzes“ passte bei einem Prozess am Landesgericht haargenau: Ein heute 42-Jähriger hatte vor 27 Jahren Pkw-Einbrüche und andere Diebstähle begangen, dann war er in seine Heimat Bosnien abgetaucht und stand seither auf Fahndungslisten. Nun hatte er davon genug.

Die Rede war von längst vergangenen Dingen – von Schillingbeträgen, erbeuteten Stempelmarken oder Musikkassetten. „Ja, dieser Prozess ist heute ein Besonderheit“, musste der Richter ein wenig schmunzeln.

Autos und Automaten im Visier
Der Reihe nach: 1991 war der erst 15-jährige im Raum Innsbruck in einem falschen Freundeskreis, die „Bande“ brach Autos und Automaten auf. In einem jugoslawischen Lokal in Innsbruck wurde der Jugendliche dann verhaftet, bei einer Hausdurchsuchung fand sich aber kein Diebesgut. „Ich war halt dabei, von der Beute gekriegt habe ich aber nichts“, beteuerte der Angeklagte. Trotzdem wurde damals ein Aufenthaltsverbot verhängt, dem Strafverfahren stellte sich der Mann nie. Es folgten eine Familiengründung in Bosnien und der Job als Lkw-Fahrer. Dies bereitete bei Kontrollen öfters Probleme, aber verhaftet wurde er aufgrund der eher geringfügigen Delikte nie. Das Gericht erfuhr aber dadurch seine Telefonnummer und er konnte überzeugt werden, das Katz-und-Maus-Spiel zu beenden.

Endlich wieder „freie Fahrt“
Also erschien er zum Prozess, bei dem der Bosnier die rund ein Dutzend Diebstähle zugab. Von einer Ladung der Geschädigten sah der Richter ab: „An Details hätte sich wohl niemand mehr erinnern können.“ Das Urteil fiel mit 1200 Euro Geldstrafe, davon nur 300 Euro unbedingt, mild aus. Weil neun Stunden damalige Haft angerechnet wurden, waren es 296,79 Euro. „Das habe ich dabei“, sagte der Angeklagte – und beglich die uralte Angelegenheit bei der Zahlstelle. Erleichtert über die künftige „freie Fahrt“.

Andreas Moser
Andreas Moser

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