So, 27. Mai 2018

„Krone“-Interview

12.03.2018 06:57

Bickel: „Jetzt bekommt keiner mehr ein Alibi!“

Nach der Nullnummer in Altach ist Fredy Bickel erstmals der Kragen geplatzt! Rapids Sportchef reiste nicht mit der Mannschaft zurück nach Wien, fuhr – was nicht geplant war – nach Zürich. Grün-Weiß steht still, holte im Frühjahr erst sechs Punkte. Fans und Kritiker schießen sich auf Trainer Goran Djuricin ein. Aber da spielt Bickel nicht mit. Der Schweizer ist sauer auf die Spieler. Aber ihm sind auch die Hände gebunden.

„Krone“:  Herr Bickel, warum sind Sie nach dem 0:0 in Altach nicht mit der Mannschaft zurück nach Wien gefahren?
Fredy Bickel: Ich war so außer mir, hab meine Sachen gepackt und bin aus dem Bus gestiegen. Ich brauchte Abstand, musste mir Gedanken über die nächsten Schritte machen.

Ihre Erkenntnis?
Wir drehen uns im Kreis, haben immer die gleichen Probleme.

Aber keine Lösung.
Wir haben Trainer entlassen, den Spielern zugeredet. Aber wir haben sie nie in die Verantwortung genommen. Das wird sich jetzt ändern.

Warum erst jetzt? Sie drohen Spielern mit einer Versetzung zu Rapid II.
Schaub und Thurnwald sind zurück, bald Schwab, dann Dibon. Dann hat der Trainer Alternativen. Eine Pause wird so manchen zum Nachdenken bringen.

Sie nennen nie Namen, daher heißt es: Bickel ist zu lasch, greift nicht durch.
Das ist okay, ich will ja die Spieler schützen. Aber sie kommen mit der Selbstverantwortung nicht klar. Die Öffentlichkeit schießt sich auf den Trainer und Petsos ein. Das sind die Falschen.

Dann sprechen wir über Philipp Schobesberger.
Er gehört dazu, ist außer Form. Aber es betrifft viele. Einige schuften, um aus dem Loch zu kommen, kommen raus – und lassen sich in Altach hängen. Ich werde verrückt, wenn sich Boli, Joelinton, Strebi oder Galvao wehren, andere aber nicht. Rapid hat lange von der Hierarchie gelebt, die fehlt.

Warum sitzt dann Steffen Hofmann auf der Tribüne?
Als Typ kann er helfen, aber auf dem Platz fehlt ihm die Kraft von früher, was völlig normal ist. Er kann uns nicht helfen, eine neue Hierarchie aufzubauen.

Der Trainer schafft es aber anscheinend auch nicht?
Ich bin von Djuricin überzeugt, sehe, wie er auf dem Platz arbeitet. Abseits, bei Interviews, fehlt ihm die Erfahrung, da wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Aber das lenkt nur ab, ist nicht das wahre Problem.

Aber was wird trainiert, wie will Rapid spielen?
Offensiv, pressen, zu Fehlern zwingen, viele Details. Wir haben einen genauen Plan, aber wenn’s nicht läuft, gibt keiner auf dem Feld die Kommandos. Da ist jeder Trainer machtlos. Da weigere ich mich. Keiner bekommt mehr ein Alibi.

Bleibt nur ein Umbruch.
Wir planen, im Sommer einen Stürmer und einen Außenverteidiger zu holen.

Reicht das? Sind Sie selbst davon überzeugt?
Darum geht’s nicht. Ich stehe zu den Rahmenbedingungen, die kann ich auch nachvollziehen.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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