Di, 21. November 2017

Skistar tritt ab

13.10.2009 23:33

Hermann Maier zu krone.tv: Werd noch mehr skifahr‘n

"Irgendwann ist es an der Zeit zu sagen: Es ist vorbei." Mit Hermann Maier hat am Dienstag einer der besten Skifahrer der Geschichte sein Karriereende bekannt gegeben. Immer wieder wurde der 36-Jährige im Dachfoyer der Wiener Hofburg von Weinkrämpfen geschüttelt, als er sich für "die fantastische Zeit" bedankte. Im anschließenden krone.tv-Interview (Video) zeigte sich Maier erleichtert, er werde jetzt "wahrscheinlich noch viel mehr skifahr'n".

"Ich habe mich entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen und meine Karriere als Skirennfahrer mit dem heutigen Tag zu beenden", sagte der 36-Jährige bei seiner Abschieds-Pressekonferenz mit tränenerstickter Stimme. Die Gerüchte über einen Rücktritt hatten sich zuletzt verdichtet. "Es ist nach reiflicher Überlegung, aber letztendlich doch spontan eine Entscheidung gefallen", sagte Maier.

"Deshalb mache ich Schluss"
Er sei mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden gewesen und habe nach der Rehabilitation sofort wieder ins Training einsteigen können. "Mein Körper ist in einem sehr guten Zustand", so Maier, der seine Entscheidung am vergangenen Freitag in seinem Anwesen am Ufer des Attersees traf und danach ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel informierte.

"Das Ziel war es, körperlich wieder in Schuss zu kommen und dann entscheiden zu können, ob ich aufhöre oder weitermache. Es war mir wichtig, gesund zu sein. Und deshalb mache ich jetzt Schluss. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, es ist mir sehr schwer gefallen." Es schwinge eine große Wehmut mit, denn "ich beende eine Karriere, die ich mir als Bub nicht hätte schöner vorstellen können".

"Verstecktes Talent in Österreichs Bergen"
Maier bedankte sich nicht nur bei allen Anwesenden vom ÖSV ("Sie haben spät, aber doch erkannt, dass es da ein verstecktes Talent in Österreichs Bergen gibt"), sondern auch bei seinen Eltern ("Sie haben es geschafft, einen hyperaktiven Jungen auf die richtige Bahn zu bringen"), seinem Bruder Alexander, seinem Heimatort Flachau, Fitness-Coach Heinrich Bergmüller und Dr. Artur Trost, der Maier unter anderem nach seinem schweren Motorradunfall 2001 behandelt hatte.

"Ich möchte mich bei den vielen Fans für die Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken", so Maier. Der 36-Jährige war zweimal Olympiasieger, dreimal Weltmeister, viermal Gesamtweltcup-Sieger und ist mit 54 Weltcup-Triumphen der erfolgreichste österreichische Skifahrer der Geschichte.

"Danke und Pfiat euch"
Über seine Zukunftspläne wollte Maier am Dienstag noch nicht sprechen. "Ich bin jetzt einmal sehr froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe. Ich freue mich auf die Zeit danach, die sicher sehr spannende Kapitel zu bieten hat", meinte Maier und schloss seine Rede mit einer Entschuldigung für seine starken Emotionen und folgenden Worten: "Danke und Pfiat euch."

Vor Maiers Bekanntgabe haben Tausende krone.at-User bei der Abstimmung über die Zukunft des Ski-Stars mitgemacht (siehe Link oben). 54 Prozent wollten, dass der "Herminator" weitermacht.

Seit Monaten Rätselraten
Um die sportliche Zukunft des Doppel-Olympiasiegers von 1998 und vierfachen Weltcup-Gesamtsiegers herrschte seit Monaten Rätselraten. Vor einer Woche wich er Fragen, ob er die Olympia-Saison bestreiten werde, geschickt aus. So meinte Maier etwa auf die Frage, ob der Saisonstart gesichert sei, scherzhaft: "Wenn Schnee fällt, schon." Dann wurde er aber doch ernster: "Zuerst einmal muss man schauen, wie man mit dem Skifahren zurechtkommt, danach wird eine Entscheidung getroffen. Sollte ich aber aufhören, wird es jeder erfahren."

Knie-OP im März
Nach dem Weltcup-Saisonfinale in Aare hatte sich Maier am 21. März dieses Jahres einer Operation in seinem rechten lädierten Knie unterziehen müssen. Im Zuge dieses Eingriffs war auch ein Knorpelschaden diagnostiziert worden. Dazu hatte sich der Flachauer erst im September bei einem Mountainbike-Unfall auch noch Blessuren am Schienbein zugezogen. Nach dem ersten Training in Sölden gab sich der 36-Jährige aber noch zuversichtlich: "Ich bin sehr positiv überrascht. Und das ist eigentlich das Beste, was man sagen kann."

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