So, 22. April 2018

Gesichter &Geschichten

06.03.2018 21:41

Adi Gojer feiert ein „sauberes“ Jubiläum

Doppelten Grund zum Feiern hat der Pionier der Müllentsorgung in Unterkärnten: Adi Gojer feiert heute den 80er und eröffnet mit der Familie einen eigenen Gewerbepark!

Fråg amol, putz weg“, sagt Adolf Gojer senior, als wir es uns in seiner Wohnung gemütlich machen.

„Putz weg“?

„Ja das sagen wir in Unterkärnten so. Es bedeutet so viel wie: Das werden wir schon schaffen“, lacht er.

Grund zum Lachen hat „Adi“, wie er von allen genannt wird, am heutigen Mittwoch gleich doppelt: Er begeht nicht nur den 80. Geburtstag, sondern eröffnet mit seiner Familie den neuen Gewerbepark für Jungunternehmer in Kühnsdorf.

„Eigentlich wollte ich mit 80 ja nicht mehr feiern, aber das war die Idee der Jugend“, sagt er und betont, dass der Park „ohne öffentliche Mittel“ errichtet wurde.

Der nächste Höhepunkt der Familiengeschichte, die klein begonnen hat. „Mein erster Lohn waren 20 Schilling fürs Pflanzensetzen im Stift Paul“, erinnert er sich.

1965 gründete der Eberndorfer schließlich seine eigene Firma. „Wir haben mit 35 Mülleimern in Sittersdorf angefangen.“ 53 Jahre später beschäftigt der Traditionsbetrieb knapp 100 Mitarbeiter und entsorgt die Abfälle aus 50 Gemeinden.

Noch heute wacht Adi an sieben Tage die Woche übers Geschehen. Schließlich liegt seine Wohnung mitten am Firmengelände. „Meine Kinder und Enkel haben zwar schon gesagt, ich soll sie ruhig machen lassen. Aber ich brauche das. Ich war immer ein Arbeiter.“

Auch privat geht Sauberkeit bei ihm über alles: „Wenn 50 Leute über einen Hof spazieren und etwas am Boden liegt, bin ich wohl der einzige, der es aufklaubt.“

Damit ihm nicht langweilig wird, hat er vor zehn Jahren auch noch das Konsulat der Mongolei übernommen. „Ich hab ihre Sprache nicht derpackt, aber da sie auch Russisch sprechen, kam ich mit Slowenisch über die Runden.“ Mit 80 will er als Konsul jedoch leiser treten. „So weit kann ich einfach nicht mehr herumreisen.“

Umso mehr will er zuhause auf Achse bleiben. „Es gibt ein altes Sprichwort: wenn drei Generationen am Werk sind, baut der erste die Firma auf, der zweite haltet’s, und der dritte sperrt wieder zu“, scherzt er.

Bei den Gojers dürfte das Sprichwort jedoch wahrlich nur Müll sein.

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf

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