Fr, 20. April 2018

„Geringe Anpassung“

06.03.2018 15:32

Fernwärme in Graz wird teurer

Laut der KP wird die Fernwärme in Graz in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. Kleine „Anpassungen“ werde es zwar geben, große Preissprünge seien aber ausgeschlossen, sagen die Energie Steiermark und Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SP).

Ihm sei von einem Informanten zugetragen worden, dass die Energie Steiermark eine Erhöhung des Fernwärmetarifs von 5,6 Prozent plant, die noch heuer in Kraft treten soll, sagt der Landtagsabgeordnete Werner Murgg (KP).

„Gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen Energie Graz haben wir in den letzten Jahren mehr als 60 Millionen Euro in eine ,Vergrünung’ der Fernwärme und in den Ausbau der Versorgungssicherheit investiert“, holt Urs Harnik, der Sprecher der Energie Steiermark, aus, um dann zu bestätigen, dass „eine geringe Anpassung“ notwendig sein wird. Wie hoch diese ausfallen wird, sei noch nicht fix.

„Wir gehen aktuell von weniger als fünf Prozent aus. Bezogen auf einen durchschnittlichen Haushalt in Graz würde das eine Preissteigerung von drei Euro im Monat ausmachen“, rechnet Harnik vor. Mit den Sozialpartnern habe man sich bereits geeinigt. Eine endgültige Entscheidung werde es aber erst im Frühjahr geben. Das letzte Wort habe nämlich die Preisbehörde.

Schickhofer, der für die Beteiligungen und damit auch für den Landesenergieversorger zuständig ist, kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Man orientiere sich an der Inflation, versucht er zu relativieren, seit April 2015 habe es keine Erhöhung mehr gegeben.

Das sei alles erst der Anfang, ist sich der Kommunist Murgg sicher. Und zwar wegen „Big Solar“, einer riesigen Solarthermie-Anlage, die im Süden von Graz entstehen soll. Sie soll 20 Prozent des Fernwärmebedarfs der Murmetropole abdecken. Geplant sind ein 50 Hektar großes Solarfeld und ein Speicherbecken, das größer sein soll als der Stubenbergsee. Die Kosten wurden mit 200 Millionen Euro beziffert.

Dieses „Prestigeprojekt“, wie Murgg es nennt, könne nur eines zur Folge haben: weitere Preissteigerungen. Das schließt Schickhofer aber definitiv aus. Er fordert, dass der Bund sich an den Kosten beteiligt.

Schickhofer sagt auch: „Wir wollen damit die Luft in Graz sauberer machen.“ Murgg kann das schon nicht mehr hören: „Es heißt immer, die Anlage sei völlig CO2-frei, aber das stimmt nicht, da man zuheizen müsste.“ Er hält eine zweite Fernwärme-Leitung nach Mellach für sinnvoller, weil sie billiger käme: „Das würde nur etwas mehr als die Hälfte kosten“, schätzt er.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

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