Mi, 23. Mai 2018

Angst vor Überflutung

07.03.2018 08:56

Biber droht „Abschiebung“

Dass sich ein Biber den Mödlingbach als Heimat auserkoren hat, kann als Zeichen für die gelungene Wiederherstellung eines natürlichen Wasserlaufs gesehen werden. Anrainer in Mödling tun das aber eher nicht – sie fürchten die Dammbauten des Nagers. Diese könnten nämlich künftig durchaus für Überflutungen sorgen.

Bereits vor 18 Jahren hat man sich in Mödling entschieden, den nach der Stadt benannten Bach über weite Strecken aus dem Betonkorsett zu befreien. „Das Bachbett wurde nach Erkenntnissen der Ingenieursbiologie mit Naturmaterialien gestaltet“, so Umweltstadtrat Leo Lindebner und Stadtgärtner Norbert Rauch. Es floss noch viel Wasser den Mödlingbach hinunter, bis Natur pur zwischen den Uferböschungen endgültig Fuß gefasst hatte. 2017 war es, wie berichtet, so weit: Ein Jungbiber erklärte das Bachbett in Mödling zu seinem Revier. „Erst die umsichtige Herstellung eines attraktiven Lebensraumes hat ihn angelockt“, heißt es im Rathaus. Doch mit der Freude über den tierischen Zuwanderer ist es vorbei. Denn Biber neigen bekanntlich dazu, Dämme zu bauen – eine Gefahr bei Hochwasser.

Daher soll der Nager wieder seiner Wege ziehen. Sanfte Maßnahmen wie eine geänderte Bepflanzung sollen ihn dazu bewegen. Die zwangsweise Umsiedlung sei die letzte Option, wird betont. Lindebner: „Es sollen sowohl Anrainer, die Hochwasserschutz wollen, als auch besorgte Tierschützer am Ende zufrieden sein.“

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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