Sa, 21. April 2018

Facebook fragt nach:

06.03.2018 14:03

Dürfen Männer 14-Jährige nach Nacktfotos fragen?

Das soziale Netzwerk Facebook hat sich am Wochenende mit einer eigentümlichen Umfrage in die Nesseln gesetzt. Der Konzern stellte in seinem Fragebogen allen Ernstes die Frage, ob man private Nachrichten dulden solle, in denen ein erwachsener Mann eine 14-Jährige nach Sex-Fotos fragt. Eine der Antwortmöglichkeiten: „Diese Inhalte sollten auf Facebook erlaubt sein und ich habe kein Problem damit, sie zu sehen.“ Facebook hat sich nach einem öffentlichen Aufschrei für die Fragen entschuldigt.

Wie der britische „Guardian“ berichtet, sorgte die Umfrage für einen veritablen Aufschrei unter den Facebook-Nutzern. Zumal man in der Umfrage offenbar völlig darauf vergessen hat, dass solche Vorfälle ein Fall für Polizei und Gerichte sein sollten. Unter den verfügbaren Antwortmöglichkeiten fehlte dem Bericht zufolge jedenfalls die Option, solche Vorkommnisse sollten an die Polizei gemeldet werden.

In einer zweiten Frage, die im Fragebogen enthalten war, fragt Facebook, wer „die Regeln festlegen“ sollte, nach denen Inhalte toleriert oder gelöscht werden. Die Antwortmöglichkeiten: „Facebook stellt die Regeln auf“; „Externe Experten stellen die Regeln auf und sagen sie Facebook“; Und: „Die Nutzer stellen die Regeln per Voting auf und sagen sie Facebook“. Justiz und Behörden haben keine eigene Antwortmöglichkeit erhalten, dürften aber als „externe Experten“ betrachtet werden.

Facebook entschuldigte sich für dubiose Fragen
Neben ihren Gedanken zu Sex-Fotos 14-jähriger Mädchen hat Facebook die Nutzer am Wochenende auch zu anderen Inhalten befragt – etwa solchen, die „Terrorismus glorifizieren“. Auch die Zufriedenheit mit der Transparenz und der Wertschätzung kultureller Normen seitens Facebook selbst war Thema der an britische Nutzer ausgespielten Umfrage.

Facebook hat sich im Nachhinein für die teils verstörenden Fragen in der Umfrage entschuldigt. „Wir machen Umfragen, um zu verstehen, wie die Gemeinschaft darüber denkt, wie wir Regeln festlegen. Aber diese Art von Aktivität ist völlig inakzeptabel und wird das auch immer bleiben. Wir arbeiten laufend mit den Behörden zusammen, wenn solche Fälle identifiziert werden. Das hätte nicht Teil der Umfrage sein dürfen, das war ein Fehler“, sagt Facebook-Manager Guy Rosen.

 krone.at
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