Sa, 18. November 2017

Mehr Pünktlichkeit?

06.10.2009 18:25

ÖBB-Fahrplan 2010 von Bauprojekten stark beeinflusst

Die ÖBB beenden 2009 als großes Baustellenjahr und starten ebenso mit dem neuen Fahrplan ab 2010. Mit der derzeitigen Performance ist man nicht ganz zufrieden, daraus hat Herwig Wiltberger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG am Montagabend keinen Hehl gemacht. Auch mit der Pünktlichkeit gebe es Probleme. Die "gravierendste" Änderung beim ÖBB-Fahrplanwechsel per 13. Dezember betrifft die Franz-Josefs-Bahn. Nach Abschluss der Arbeiten an der Tullner Donaubrücke kann der Fahrplan 2008 wieder eingeführt werden, erklärte ÖBB-Regionalmanager Michael Fröhlich. Die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) zeigte sich hingegen mit dem neuen ÖBB-Fahrplan keineswegs zufrieden.

Die Züge der Franz-Josefs-Bahn würden dann wieder bis Wien Franz-Josefs-Bahnhof fahren, mit Aufenthalten in Wien-Heiligenstadt und Wien-Spittelau.

Durch Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Hauptbahnhofs Wien werden Züge der Inneren Aspangbahn ab Maria Lanzendorf im Schienenersatzverkehr auf direktem Weg bis Wien Südtiroler Platz geführt. Die Gesamtreisezeit für die Fahrgäste erhöhe sich nicht, so Fröhlich. Der Busverkehr bleibe für die Dauer der Bauarbeiten aufrecht. Auch der bestehende Fahrplan für Tulln - St. Pölten könne in der kommenden Fahrplanperiode nicht im bestehenden Umfang weitergeführt werden. Der Zugverkehr in beide Richtungen sei nur bis 8.00 Uhr möglich. "Derzeit wird der Fahrplan der Schienenersatzverkehrbusse noch einem Optimierungsprozess unterzogen, bevor er im Dezember in Kraft tritt", erklärte Fröhlich.

Eine Grafik und weitere Details rund um den ÖBB-Fahrplan 2010 findest du in der Infobox!

Im Verkehr zwischen Wien und Bratislava gibt es eine geringfügige Reduktion des Angebotes: Fünf Zugpaare verkehren dann nicht mehr in den Tagesrandzeiten. Die Linie über Bruck a. d. Leitha fährt am Wochenende im zwei Stunden Rhythmus. An Werktagen sind weiterhin rund 35 Züge je Richtung unterwegs. Auf der Rudolfsbahn zwischen Amstetten und Waidhofen a. d. Ybbs werden durch eine Änderung im Fahrplanangebot am Nachmittag neue Verbindungen auf der Strecke Linz (OÖ) - Waidhofen angeboten.

Zusätzliche Verbindeungen auf der Südbahn
Auf der Südbahn kündigte Fröhlich zwei zusätzliche Direktverbindungen (Payerbach - Gloggnitz - Wiener Neustadt - Wien) an. Zwischen Wiener Neustadt und Wien Meidling ersetzen neue IC-Züge teilweise REX-Züge, "das bringt deutlich mehr Sitzplätze". Deshalb würden dann auch Züge der Aspangbahn außerhalb der Hauptverkehrszeit meist in Wiener Neustadt zum Umsteigen stehen bleiben. Zur Hebung der Pünktlichkeit verkehren bis zur Eröffnung der Neubaustrecke Wien - St. Pölten auf der inneren Westbahn etwas weniger Züge. Die S 50 werde im Stundentakt - bisher halbstündlich - fahren, die Regionalzüge übernehmen die Halte der entfallenen S-Bahnen, was die Fahrzeit um bis zu zehn Minuten verlängert.

Zwölf Linien im Umfang von 1,2 Millionen Jahreskilometern konnte die ÖBB Postbus GmbH bei der Ausschreibung des neuen Waldviertel Buskonzeptes gewinnen, teilte Alois Ometzberger, ÖBB-Postbus Regionalmanager mit. In Niederösterreich seien jährlich 58 Millionen Fahrgäste, davon 43,6 Millionen Schüler mit dem Postbus unterwegs. Die ÖBB zählte im Jahr 2008 in der Ostregion auf der Schiene rund 101 Millionen Fahrgäste, täglich verkehren rund 2.500 Züge.

80 Prozent Pünktlichkeit möchte man haben
Die Einsparungen werden mit der Verpflichtung effizient und wirtschaftlich arbeiten zu müssen, argumentiert. "Dort wo die Länder Mehrleistungen nicht bezahlen, müssen wir Züge zurücknehmen", sagte Lutter. Konkret trifft das etwa auf Niederösterreich zu. Das Land Tirol wende für die Bahn finanziell etwa viermal so viel auf wie Niederösterreich, meinte Lutter.

Heftige Kritik seitens der AKNÖ
Weniger Nahverkehrszüge auf der Westbahn, teilweise längere Fahrzeiten, noch mehr Schienenersatzverkehr und die Beibehaltung von Zugstreichungen aus dem vergangenen Jahr seien für viele Pendler und Schüler eine "enttäuschende Nachricht", stellte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fest.

Leichte Verbesserungen bringe der Fahrplanwechsel für Pendler aus Gloggnitz in Richtung Wien. Insgesamt stehe den Niederösterreichern, die mit der Bahn zur Arbeit oder zur Schule fahren, jedoch eine "längere Durststrecke" bis 2013 ins Haus. Erst nach Abschluss der Großbauvorhaben könnte es wieder mehr Verbindungen geben, so Haneder.

Während zwei neue durchgehende Züge aus Payerbach, Gloggnitz, Neunkirchen und Ternitz nach Wien die Fahrzeit wieder auf knapp 50 Minuten drücken würden, sei eine wichtige Forderung für Frühpendler in die Gegenrichtung nach Wiener Neustadt unerfüllt geblieben.

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