Sa, 21. Oktober 2017

Viele Indizien

04.10.2009 09:27

Akte Schnabl: Jetzt wird ein zweiter Mordfall untersucht

Der Salzburger Mordfall „Silke Schnabel“ zieht Kreise bis nach Oberösterreich. Dort untersuchen die Kriminalisten nun eine Bluttat aus dem Jahr 1985, bei der eine Linzerin auf ähnlich brutale Weise getötet wurde wie die junge Salzburgerin 1992. Indizien und Parallelen gibt es: So fehlen auch in Linz die wichtigsten Beweisstücke.
Der Fall Gabi Blaha (25) sorgte in Oberösterreich für Aufsehen: Nachdem die Frau aus Linz am 16. Oktober 1985 in ihrem Zimmer erwürgt und erstochen gefunden worden war, wurde der Tatort zum Rummelplatz von Schaulustigen. An verwertbaren Spuren blieb daher nicht viel übrig. Dazu fehlten plötzlich ein Leintuch und eine Bluse des Opfers, die offensichtlich am „Postweg“ zwischen Polizei und Gericht verloren gegangen sind.


Was blieb waren keine DNA-Beweise sondern nur Indizien und Aussagen, die den damals 29-jährigen Zuhälter Tibor Foco belasteten, Gabi Blaha (25) ermordet zu haben.


Anwalt des Verdächtigen gegen Ermittlungen
Nun könnte das Rätsel in ein neues Licht fallen, ein anderer Ex-Häftling den flüchtigen Foco entlasten: Nämlich just jener Verdächtige, gegen den die Staatsanwaltschaft Salzburg Ermittlungen im Fall „Silke Schnabel“ wieder aufgenommen hat. Im Frühjahr 2008 hatte Opfer-Anwalt Dr. Stefan Rieder für den „Weißen Ring“ im Namen der Mutter von Silke Schnabel einen dementsprechenden Antrag auf Wiederaufnahme gegen den 14-fach vorbestraften Mann gestellt. Der Anwalt des Verdächtigen, für ihn gilt die Unschuldsvermutung, hat inzwischen gegen die neuen Ermittlungen Berufung eingelegt.


Die Parallele zu Oberösterreich: Jener Salzburger, damals 28 Jahre alt, wurde am 25. Februar 1985 nach einer fünfjährigen Gefängnisstrafe in Mittersteig entlassen. Er soll sich im Herbst 1985 in Linzer Rotlichtlokalen herumgetrieben haben. So wie später in Salzburg, wo er 1987 erneut zu einer Haftstrafe verurteilt, später und in der Tatnacht mit Silke Schnabel in einem Lokal gesehen wurde.


Erwiesen ist jedenfalls, dass der Salzburger nackt und alkoholisiert am 11. Juli 1992 am Salzach-Ufer lag, als dort die 17-Jährige Silke Schnabl verschwand. Ihre Leiche wurde zehn Tage später bei Ranshofen im Inn gefunden. Alois Lißl, Sicherheitsdirektor von Oberösterreich: „Die Vorgehensweise des Täters war in den Fällen Blaha und Schnabel die gleiche.“
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