Mo, 20. November 2017

Nach Wahldebakel

02.10.2009 09:31

SPÖ will sich mit jungen Politikern neu aufstellen

Die jungen „Vollblutpolitiker“, an die er bei seinem Antritt am Mittwoch appellierte, will der vorläufige SPÖ-Landeschef Josef Ackerl möglichst bald vorlassen. Konkrete „Namen und Gesichter“, die zur geplanten inhaltlichen Erneuerung der Partei passen, werde es beim Sonderparteitag geben, den Ackerl vorverlegen will.

Die am selben Tag bei der deutschen Wahl abgestürzte SPD tagt im Jänner, Ackerl will mit der Vorverlegung des ursprünglich für Sommer geplanten OÖ-Parteitags „vielleicht noch schneller“ sein. Namen, wie es Landesrat Hermann Kepplinger angekündigt hatte, will er noch nicht nennen. Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch wird konkreter: „Die SP hat viele gute junge Leute, die auch zum Zug gekommen wären, aber durch die Wahlniederlage keine Mandate erhielten.“ Sie sollen jetzt den Reformprozess vorantreiben, zu dem Ackerl außer SPÖ-Genossen auch Außenstehende einlädt, „wo es sinnvoll ist“. Wichtig ist ihm auch, dass die Gewerkschaften „stark eingebunden“ sind. Deren Thema „Verteilungsgerechtigkeit“ nennt ÖGB-Landeschef Johann Kalliauer als entscheidendes Kriterium künftiger SP-Politik, gefolgt von Migration und Jugend. Aber man müsse „nicht alle Inhalte neu erfinden“.

Die SP habe zwar die richtigen Inhalte, so Klubchef Karl Frais, er fordert aber mehr rote Systemkritik und Begeisterung, „die Welt so zu gestalten, dass sie für den Einzelnen gerechter wird“. Das treffe den Nerv der Parteijungen, für die der Grundsatzpolitiker Ackerl trotz seiner 63 Jahre auch personell ein Signal sei, dass Idealismus wieder gefragt sei. Was laut Dobusch mit ein Motiv dafür war, ihn an die Spitze zu setzen. Auch wenn der Stadtchef selbst mehr die landes- und kommunalpolitischen als die ideologischen Ziele im Vordergrund sieht: „Bei Integration oder Schulpolitik sind konkrete Lösungen vor Ort nötig.“ Ackerl sieht seine Aufgabe darin, beides zu verbinden: Er will „richtige Antworten auf die Ängste und Hoffnungen der Menschen“ suchen und etwas gegen die „Unschärfe in der Politik“ tun.

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