Di, 20. Februar 2018

„Krone“-Ombudsfrau

14.02.2018 12:00

Bote unterschrieb mit Name von Empfängerin

Man fragt sich schon, wie groß Stress und Druck auf Paketzusteller mittlerweile sein müssen, wenn so wie in diesem Fall gehandelt wird: Das Packerl einer Leserin wurde von einem Boten einfach vor ihrer Haustür abgestellt. Und obwohl sie den Erhalt nicht bestätigte, existiert dafür sogar eine Unterschrift ...

"Wir haben ein Paket für dich", stand auf dem Zettel, der im November 2017 an der Tür von Tamara S. klebte. Die Nachbarn der Wienerin hatten vor ihrer Wohnung ein herrenloses Packerl, das Frau S. als Empfängerin auswies, entdeckt und zu sich genommen. Die Leserin war verärgert, dass der Karton einfach so abgestellt worden war. "Ich rief daraufhin bei DHL an und verlangte, mir die Signatur, mit der die Zustellung bestätigt wurde, zukommen zu lassen", berichtet die Leserin. Denn ohne Übernahmebestätigung dürfe die Sendung ja gar nicht abgegeben werden.

Und siehe da: Der Bote hatte offenbar einfach anstelle von Frau S. unterzeichnet. "Die Unterschrift war eindeutig nachgemacht, weil ich zuerst mit dem Nachnamen unterschreibe und nicht mit dem Vornamen", so die empörte Wienerin weiter. Sie wollte sich daraufhin telefonisch bei der Geschäftsführung der Paketfirma beschweren. Telefonisch sei ihr jedoch gesagt worden, dass man sie nicht weiterverbinden könne, weshalb sie der "Krone" schrieb.

Paketdienst entschuldigte sich auf Ombudsfrau-Anfrage
Auf Anfrage gab man sich bei DHL Österreich zerknirscht: Man wolle sich ausdrücklich bei Frau S. entschuldigen. Die Vorgehensweise des Zustellers entspreche nicht den Vorgaben des Unternehmens. Diese sehen grundsätzlich eine persönliche Zustellung vor – alternativ sei auch eine Hinterlegung im Briefkasten oder eine Zustellung bei einem Nachbarn möglich. Ein Abstellen der Sendung ohne Übernahmebestätigung sei aber ebenso wenig zulässig wie die Manipulation der Scandaten durch Hinterlegung einer Unterschrift, die nicht von der eigentlichen Empfängerin stamme. Man werde jedenfalls Schulungsmaßnahmen setzen und auf der betreffenden Zustelltour verstärkt kontrollieren.

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