So, 19. November 2017

Mitleidsmasche

01.10.2009 09:31

Bettler aus dem Osten verwunden sich selbst

Sie fügen sich selbst Wunden zu, um Mitleid zu erregen und mehr Spenden zu bekommen: Das Bettlerunwesen in der Landeshauptstadt schockiert Bürger, die zu angewiderten Augenzeugen des grausigen Treibens werden. Die Behörden sind gegen die meist aus Rumänien kommenden Banden relativ machtlos, können nur im Extremfall Bettler wegen nicht bezahlter Strafen in Haft nehmen.

„Ich war jetzt drei Mal hintereinander bei den Barmherzigen Schwestern in Linz zur Behandlung. Jedesmal sind auf dem Platz gegenüber Bettler gesessen, die sich selber die Beine auf geschnitten und aufgekratzt haben. Mir ist fast schlecht geworden“, berichtet Maria St. (53) aus Leonding. Bettina Kreuzhuber, Juristin der Linzer Polizei, bestätigt: „Die Bettler spielen oft Gebrechen vor, die sie gar nicht haben. Ein Klassiker sind  Bettler auf Krücken, die ums Eck biegen und dann normal weitergehen.“

Martina Steininger vom Linzer Bezirksverwaltungsamt erklärt: „Laut dem oö. Sammlergesetz müssten die Bettler eine Bewilligung haben, die sie natürlich nicht besitzen – und auch nicht bekommen würden.“ Der Magistrat stellt Strafverfügungen aus, welche die Bettler nicht bezahlen. Wiederholungstäter müssen eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen. So wie beispielsweise eine Bettlerin, die heuer vier Wochen in Haft saß.

von Christoph Gantner, „OÖ-Krone“

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden