Sa, 24. Februar 2018

„5Pointz“ in New York

13.02.2018 16:00

6,7 Millionen Dollar für zerstörte Graffiti-Kunst

Bahnbrechendes Gerichtsurteil in den USA: Eine Gruppe von Graffiti-Künstlern hat jetzt 6,7 Millionen Dollar (rund 5,5 Millionen Euro) Schadenersatz für die Zerstörung ihrer Werke in New York zugesprochen bekommen. Es geht um den früheren Lagerhauskomplex "5Pointz". Ein Richter in der US-Metropole bezeichnete den mittlerweile abgerissenen Komplex in seinem Urteil am Montag als "Mekka für die weltgrößte Sammlung hochwertiger Sprühdosen-Kunst".

Die 21 Künstler seien von der Entscheidung des Gerichts "begeistert", sagte Anwalt Eric Baum der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "5Pointz" im Stadtteil Queens war eine Pilgerstätte für Künstler und Fans gewesen.

Kultstätte musste Luxuswohnungen weichen
Eigentümer Jerry Wolkoff hatte die Außenwände des auch aus Filmen bekannten und bei Touristen beliebten Graffiti-Zentrums 2013 über Nacht mit weißer Farbe übermalen lassen. Er ließ den Komplex danach abreißen und auf dem Grundstück Luxuswohnungen bauen - zum Protest vieler Künstler und Unterstützer. Bekannte Sprayer hatten seit den 1990er-Jahren Werke zu "5Pointz" beigetragen.

Ein dreiwöchiger Gerichtsprozess im November hatte sich vor allem um die Frage gedreht, ob Graffiti trotz seiner Vergänglichkeit als Kunst gilt, die mit geltendem Recht geschützt werden muss. Die Jury musste dabei die Rechte Wolkoffs als Eigentümer der Immobilien gegen die Rechte der Künstler abwägen. Ihrer Meinung schloss sich Richter Frederick Block an und bezeichnete die 45 Graffiti-Arbeiten als schützenswert.

Graffiti endlich als Kunst anerkannt
Die Arbeit von Graffiti-Künstlern werde endlich als Kunst anerkannt, sagte Anwalt Baum. "Alle '5Pointz'-Künstler sind professionelle Künstler, die ihr Leben damit verbracht haben, die nötigen Techniken zu beherrschen." Ob die Gruppe das Geld möglicherweise in neue Graffiti-Projekte investiert, ist noch unklar.

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