Do, 26. April 2018

Tödlicher Pistencrash:

12.02.2018 12:33

„Meine Frau war immer vorsichtig beim Skifahren“

Jeder, der sie kannte, ist tief erschüttert. Ein Pistenunfall in Saalbach-Hinterglemm kostete einer Psychologin (52) aus Gramastetten das Leben. Sie war am Ende des Skitags mit einem jungen holländischen Snowboarder zusammengekracht, wurde noch in ein Spital geflogen, wo sie kurz darauf starb.

Der Unfall passierte auf einer blauen, also leichten Piste im salzburgischen Saalbach-Hinterglemm, zu Pistenschluss gegen 16 Uhr. Der 19-jährige Holländer und die Psychologin Susanne Buchrucker (52), die mit ihrem Mann unterwegs war, waren zeitgleich abgefahren. Als sich ihre Wege kreuzten, kam es zur Kollision. Der Jugendliche blieb unversehrt. Anders war es bei Susanne Buchrucker. Die Mutter eines Sohns hatte einen Helm getragen, bei dem Zusammenstoß aber innere Verletzungen erlitten.

Ihr Ehemann Harald war Augenzeuge: „Ich bin vor ihr gefahren, hab’ mich immer wieder nach ihr umgedreht. Ich hab dann den Zusammenstoß selber nicht gesehen, dann aber bemerkt, dass sie ohne Ski dasteht und zu Boden fällt. Der Snowboarder war unter ihr gelegen, ist dann weiter gerutscht. Er ist sofort zu ihr hinauf, war vor mir da. Sie hat am Anfang nur gesagt, dass ihr der Rücken weh tut. Ich hab’ sie zuerst gefragt, ob sie glaubt, dass sie noch selbst hinunterfahren kann. Sie hat das verneint. Als dann aber Notarzt und Sanitäter da waren, hat sie schon auch gesagt, dass ihr der Bauch auch weh tut.“

 

Opfer starb 30 Minuten nach Spitaleinlieferung
Susanne Buchrucker wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus in Zell am See geflogen, traf dort um 16.55 Uhr ein. Um 17.25 Uhr war sie tot. Ihr zutiefst geschockter Ehemann zur „Krone“: „Der Arzt hat mir gesagt, sie haben anfangs die Rückenschmerzen abgeklärt, dann hat er ein Ultraschall vom Bauch gemacht – da hat man gesehen, dass schon zwei Liter Flüssigkeit im Bauch waren.“ Susanne Buchrucker hatte gebrochene Rippen und einen Leberriss, dürfte innerlich verblutet sein. Gestern, Sonntag, wurde eine gerichtsmedizinische Obduktion durchgeführt.

Harald Buchrucker ist verzweifelt und trauert: „Es war wirklich die allerletzte Abfahrt am allerletzten Hang. Meine Frau war immer die vorsichtigste, hat immer gut acht gegeben – und dann das.“

Susanne Buchrucker wurde in Linz geboren, studierte in Salzburg Psychologie, war dann beim BFI/BBRZ, der Psychologischen Beratung des Landes OÖ sowie bei der Familien- und Sozialberatungsstelle des Landes OÖ tätig. Sie arbeitete in sozialpädagogischen Kinder- und Jugendheimen und beim Psychologischen Fachdienst der Abteilung Jugendwohlfahrt des Landes.

Seit 2007 hatte Susanne Buchrucker eine eigene Praxis und publizierte auch in diversen Medien. Sie schrieb auch ein Buch mit dem Titel „Zauberkraft Erziehung. So werden Kinder starke Erwachsene“, das 2010 erschienen ist.

Christoph Gantner/Kronen Zeitung

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