Do, 19. April 2018

Dubiose Daten

10.02.2018 12:49

Russischer Hacker haute CIA übers Ohr

Mit dubiosen Hacker-Programmen und angeblich kompromittierendem Material über Präsident Donald Trump hat ein Russe 100.000 Dollar (rund 81.500 Euro) vom US-Geheimdienst CIA ergaunert. Der Mann hatte laut einem Bericht der "New York Times" vom Freitag die Rückgabe von Programmen angeboten, die dem US-Geheimdienst NSA gestohlen worden waren. Die CIA sei darauf hereingefallen und habe für eines der Programme Geld bezahlt - heimlich in Berlin. 

Der NSA waren im Vorfeld tatsächlich Programme gestohlen worden. Hacker verübten mit ihnen im vergangenen Jahr weltweit Cyberattacken. Dem Zeitungsbericht zufolge bot der Russe daraufhin bisher nicht veröffentlichtes NSA-Material in einem undurchsichtigen Netzwerk namens "Shadow Broker" (Schatten-Makler) an. Zu seiner Person schrieb die Zeitung nur, er habe Kontakte zu Cyberkriminellen und dem russischen Geheimdienst.

Geldübergabe in Berlin
Über Mittelsmänner sei die CIA auf das Angebot aufmerksam geworden. Während eines guten Teils des vergangenen Jahres habe sich der Geheimdienst dann bemüht, an die Daten zu gelangen. Der Russe forderte für diese dem Bericht zufolge eine Million Dollar. Als Beweis für seine Glaubwürdigkeit habe er einen Teil seines Materials an die CIA übergeben und dafür 100.000 Dollar erhalten. Das Geld sei in bar in einem Koffer übergeben worden, der in einem Berliner Hotelzimmer abgestellt worden sei.

Im Westen nichts Neues
Zufrieden war die CIA mit den Hacker-Daten offenbar nicht, wirklich Geheimes konnte der Mann nicht anbieten, wie die Zeitung weiter berichtete. Auch die Informationen zu Trump waren demnach entweder bereits bekannt oder zweifelhaft. Die Zusammenarbeit wurde im vergangenen Monat beendet und der Russe aufgefordert, Westeuropa zu verlassen. Laut einem Bericht des Onlinemagazins "The Intercept" kam es über den Umgang mit den Angeboten innerhalb der CIA zu Differenzen.

Berichte laut CIA "offenkundig falsch"

Der US-Geheimdienst bezeichnete den Bericht am Samstag in einem Dementi indes als "offenkundig falsch". Es sei eine "fiktionale Geschichte", dass die CIA um 100.000 Dollar betrogen worden sei, erklärte der Geheimdienst gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Die Menschen, die angeschwindelt wurden, waren James Risen und Matt Rosenberg", hieß es in der Stellungnahme im Hinblick auf die Autoren der betreffenden Artikel in "The Intercept" und der "New York Times".

Derartige Stellungnahmen zu Medienberichten gibt die CIA nur sehr selten ab, doch das Dementi überzeugte nicht alle. "James Risen hat den Pulitzer-Preis gewonnen", hob der demokratische US-Abgeordete Ted Lieu auf Twitter mit Blick auf den "Intercept"-Artikel hervor. Der Bericht lege nahe, dass CIA-Chef Mike Pompeo "Angst" habe, von Russen kompromittierendes Material über Trump zu erhalten. "Wenn das wahr ist, muss der CIA-Direktor sein Verhalten dem Kongress erklären", forderte Lieu. Schließlich habe Pompeo "einen Eid auf die Verfassung geleistet, nicht auf Trump".

 krone.at
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