Fr, 27. April 2018

Prozess in Bayern

10.02.2018 07:00

Österreicher (27) wollte Freundin aus Auto stoßen

Spektakulärer Gerichtsprozess in Bayern: Bei 170 km/h hatte ein junger Österreicher am Heimweg aus Amsterdam auf der Autobahn versucht, eine Freundin aus dem fahrenden Wagen zu stoßen. Im Drogenrausch, wie sich folglich herausstellte. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

"Versuchter Totschlag und vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs" - so die erhobenen, schwerwiegenden Vorwürfe gegen den jungen Österreicher. Rund neun Monate musste der 27-Jährige bereits in Untersuchungshaft verbringen, ehe er sich nun vor dem Landgericht Aschaffenburg in Bayern vor der Justiz verantworten muss.

Der Angeklagte soll bereits im April des Vorjahres versucht haben, seine Beifahrerin auf der Autobahn A3 auf Höhe Mespelbrunn aus dem Fahrzeug zu stoßen. Die beiden Insassen waren nach einem Besuch in Amsterdam gerade auf dem Heimweg nach Österreich, als nach und nach Notrufe bei der örtlichen Polizei eintrudelten. Ein weißer Fiat würde in Schlangenlinien über die Autobahn kurven, immer wieder abrupt abbremsen - und das alles ohne Licht.

Umgehend machten sich die Beamten auf den Weg - es kam zur wilden Verfolgungsjagd. Denn der Lenker des rot-weiß-roten Wagens dachte nicht daran, stehen zu bleiben. Erst als das Auto gegen ein Ortsschild sowie zwei Leitpfosten gekracht und der Pkw fahruntüchtig war, gab er auf.

"Er ist völlig ausgerastet"
Die Gründe für die gefährliche Fahrweise waren schnell klar: Abgesehen davon, dass sich der 27-Jährige im Drogenrausch befand, hatte er bei 170 km/h auf der Autobahn versucht, seine befreundete Beifahrerin aus dem Wagen zu werfen. "Er hat an Verfolgungswahn gelitten, ist völlig ausgerastet", so das 22-jährige Opfer. Und weiter: "Mit einer Hand hat er mich abgeschnallt und mit der anderen versucht, die Beifahrertür zu öffnen. Und das alles bei 170 km/h auf der Autobahn. Ich hatte Todesangst!"

Mehrfach habe er sie auf der Heimreise mit dem Umbringen bedroht - dann versucht, während der Fahrt mit einer Hand die Beifahrertür zu öffnen und sie aus dem Auto zu stoßen. Es drohen mehrere Jahre Haft.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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