Di, 20. Februar 2018

Künstlerhaus Graz:

09.02.2018 14:35

Fantastische Kino-Welt

Kino und Kunst – das passt nicht nur auf der Leinwand gut zusammen. In der wunderbaren Schau „Was vom Kino übrigblieb“ im Künstlerhaus entführt Kurator und Filmemacher Norbert Pfaffenbichler in eine kluge, bunte, makabre, so ästhetische wie technische Welt.

Das Kino ist heute ein fast schon anachronistischer Raum, das Leitmedium Film hat seine große Bedeutung, die es im 20. Jahrhundert hatte, weitgehend verloren. Aus den Überresten lässt sich aber sehr feine Kunst zaubern. Norbert Pfaffenbichler, selbst Filmer und Sammler, hat für „Was vom Kino übrig blieb“ Künstler eingeladen, die grenz- und genreüberschreitend arbeiten. Deren Werke kombiniert er mit eigenwilligen Sammlungen. Da findet sich etwa eine Collage von John Baldessari neben einer beachtlichen Sammlung von Projektorlampen; Ingmar Bergmans Spielfilm „Das Schweigen“, den Joseph Beuys durch Galvanisieren der Filmrollen konserviert und damit zum endgültigen Schweigen gebracht hat, korrespondiert mit Siegfried A. Fruhaufs ästhetisch aufbereitetem Filmabfall oder Erica Baums Text-Fotos. Versatzstücke aus seinem Film „Nekromantik“ zeigt Jörg Buttgereit, eine feministische Sichtweise bringt Anne Collier ein, während Bernd Oppl den Betrachter zum Kinostar macht und Ryusuke Ito in der Apsis liebevolle Modelle von Szenerien baut, die Angst und Schrecken seiner Kindheit thematisieren.

Dazu zeigen Eric Rondepierre Panoramaansichten von leeren Räumen aus Hitchcock-Filmen, Hans Scheugl Zeichnungen aus seiner Kindheit von Filmszenen, die ihn beeindruckt haben, und Mika Taanila feine Collagen aus Büchern über Filmstars. Im Kellerkino ist zudem ein hochkonzeptueller Film von Constanze Ruhm zu sehen.

Augenzwinkernde Ergänzungen
8-minütige Super 8-Kurzfassungen großer Filme, frühe sehr kunstvoll gestaltete Filmzeitschriften, Monster-Figuren und die schräge Sammlung eines Charles Bronson-Fans ergänzen augenzwinkernd die in Kooperation mit der Diagonale erarbeitete Schau. Ein reiches Rahmenprogramm lockt bis zum Ende der Ausstellung am 22. April! Alle Infos dazu finden sie hier.

Michaela Reichart
Michaela Reichart
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden