Do, 26. April 2018

Olympia in Pyeongchang

09.02.2018 13:14

Veith eröffnet für Österreich die Winterspiele!

Es ist so weit: Die XXIII. Olympischen Winterspiele sind feierlich eröffnet worden! Unsere Super-G-Olympiasiegerin Anna Veith führte die rot-weiß-rote Delegation bei der farbenfroh-spektakulären Eröffnungszeremonie als Fahnenträgerin ins Olympia-Stadion von Pyeongchang. Veith war begeistert: "Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Die Fahne zu tragen, wenn sie Austria aufrufen... das war ein absoluter Gänsehaut-Moment. So etwas erlebt man nur einmal!" Mit der Formel "Ich erkläre die XXIII. Olympischen Winterspiele von Pyeongchang für eröffnet", gab schließlich Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In am Freitag um 21.42 Uhr Ortszeit das offizielle Startsignal für das erste Weltfest des Wintersports in Südkorea.

Das olympische Feuer wurde von Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kim Yu Na entzündet. Die farbenfrohe, von Popmusik und einer bunten Lichtershow begleitete Eröffnungszeremonie vor 35.000 Zuschauern und einem Milliarden-Publikum weltweit vor den Fernsehern stand unter dem Motto "Frieden in Bewegung". Aus österreichischer Sicht trotzten neben Veith die Bob-Teams mit den Piloten Benjamin Maier, Markus Treichl, Christina Hengster und Katrin Beierl, die Eiskunstläufer Miriam Ziegler und Severin Kiefer, das Rodel-Damentrio Birgit Platzer, Hannah Prock und Madeleine Egle sowie die Doppelsitzer Georg Fischler und Lorenz Koller der bitteren Kälte. Aus dem Alpin-Bereich waren u.a. noch Katharina Gallhuber und Ricarda Haaser dabei. Auch Snowboard-Ass Anna Gasser und die -Crosser Hanno Douschan sowie Lukas Pachner ließen sich das Fest nicht entgehen.

Vom ÖOC war Doppel-Olympiasieger Christoph Sieber als Chef de Mission mit dabei. Apropos Kälte: Die Organisatoren haben dagegen vorgesorgt, die Athleten dürfen nach dem Einmarsch auf beheizten Sitzen Platz nehmen. Die Delegation des ÖOC hat zudem Socken an, die sich per Handy-App erhitzen lassen. Für die Zuschauer gibt es erwärmende Pakete mit Hauben, Wolldecken, Hand-und Fußwärmern. "Noch mehr kann man nicht anziehen, wir sind schon fast zwei Wochen in dieser Kälte unterwegs. Unsere Ausrüstung ist ausgezeichnet", sagte Sieber. "Ja, es hat bis zu minus 20 Grad in der Nacht. Aber es ist nicht lange her und das war auch gang und gäbe in Österreich. Es ist nichts, was einen umbringt", erklärte der Surf-Olympiasieger.

Das Programm hatte um 20.01 Ortszeit begonnen. Emotionaler Höhepunkt war der mit viel Applaus versehene gemeinsame Einmarsch der süd- und nordkoreanischen Sportler. Die nordkoreanische Eishockeyspielerin Hwang Chung Gum und der südkoreanische Bobfahrer Won Yun Jong führten das Team an. Die russischen Aktiven waren hinter der Olympischen Flagge und unter der Bezeichnung "Olympische Athleten aus Russland" (OAR) zu sehen. Bei der Eröffnungszeremonie kam es zu einer historischen Begegnung zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und der jüngeren Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong. Beide gaben einander die Hand. Kim Yo Jong ist das erste Mitglied der Kim-Dynastie, das Südkorea seit 1953 besucht. Das international isolierte Nordkorea hatte erst vor wenigen Wochen seine Beteiligung an den Winterspielen bekannt gegeben.

Kurz vor der Eröffnungsfeier hatte Südkoreas Präsident Moon das protokollarische Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Yong Nam, empfangen. Kim Yong Nam war zuvor zusammen mit Kims Schwester auf dem Flughafen Incheon westlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gelandet. Am Rande der Winterspiele sollen Gespräche zwischen Vertretern der beiden koreanischen Staaten stattfinden. Für Samstag ist ein Mittagessen Moons mit Kim Yong Nam und Kim Yo Jong geplant. An den Spielen bis zum 25. Februar nehmen mehr als 2900 Sportler aus 92 Ländern teil, Österreich ist mit 105 Aktiven vertreten, die Spiele umfassen 102 Bewerbe. Mit etwa zehn Milliarden Euro sind die Spiele in Südkorea wesentlich günstiger als die Spiele vor vier Jahren in Sotschi, die mit 50 Milliarden Euro die bisher teuersten der Olympia-Geschichte gewesen waren.

In den Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea herrscht indes weiter Eiszeit. Bei der Eröffnungszeremonie wich US-Vizepräsident Mike Pence einem direkten Kontakt mit dem nominellen Staatsoberhaupt des verfeindeten Landes, Kim Yong Nam, aus. Wegen des international geächteten Raketen- und Atomprogramms Nordkoreas hatten sich die Spannungen zwischen der Führung in Pjöngjang und den USA im vergangenen Jahr immer weiter erhöht. Der Besuch der hochrangigen nordkoreanischen Delegation bei den Winterspielen gilt als Entspannungssignal. Bei einem Empfang des südkoreanischen Präsidenten vor der Eröffnungsfeier blieb Pence nur kurz. In südkoreanischen Medien hatte es geheißen, Pence und Parlamentspräsident Kim Jong Nam sollten sich bei dem Empfang an einem Zwölfertisch gegenübersitzen.

Nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamtes hatte Pence aber einen Termin mit US-Sportlern und wollte daher nur kurz bleiben, um andere hohe ausländische Politiker zu begrüßen. Er habe ihnen, darunter der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, kurz die Hand geschüttelt, dem Nordkoreaner Kim aber nicht, heißt es in einer Mitteilung des Präsidialamtes. Kurz vor der Eröffnung hatte Pence die Absicht der USA bekräftigt, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Der südkoreanische Präsident Moon stimme mit den USA überein, dass es weitere Sanktionen gegen den isolierten Staat geben müsse, sagte Pence nach dem Besuch eines Denkmals, mit dem 46 südkoreanische Matrosen geehrt werden. Sie wurden 2010 beim Untergang eines Kriegsschiffes getötet. Die Regierung in Seoul wirft Nordkorea vor, das Schiff mit einem Torpedo versenkt zu haben.

Bei der Eröffnungsfeier saßen Pence und seine Frau neben dem südkoreanischen Präsidentenpaar in der ersten Reihe auf der Ehrentribüne. Hinter dem südkoreanischen Paar saßen die beiden Spitzenvertreter Nordkoreas. Neben der Schwester von Machthaber Kim saß die Ehefrau des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, daneben und direkt hinter Pence Steinmeier. Deutschland und Österreich gehören zu den wenigen Staaten, die diplomatische Beziehungen zu Nordkorea unterhalten. Übrigens: Im Stadion stieß während des Vorprogramms der Eröffnungsfeier eine nordkoreanische Darbietung auf wenig Begeisterung. Als die Nordkoreaner Taekwondo vorführten und unter lautem Schreien Bretter und Betonblöcke zerschmetterten, verstummten die Zuschauer. Lediglich zwei Gruppen nordkoreanischer Cheerleader bejubelten die Darbietung.

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