Mi, 21. Februar 2018

Gemeinden wachsen

08.02.2018 12:50

Wegen hoher Mietpreise: „Landflucht“ kehrt sich um

Lange war die Landflucht das Schreckgespenst vieler Regionen: Während einige Gemeinden laut Erhebung der Statistik Austria tatsächlich weiter schrumpfen, jubeln andere plötzlich wieder über kräftige Bevölkerungszuwächse. Diese seien auf neuen Wohnraum, aber auch hohe Mietpreise in Städten zurückzuführen. Wir haben uns umgehört.

Hauptgewinner unter den Kärntner Gemeinden ist Ossiach mit einem Bevölkerungsplus von 2,7 Prozent. „Mit unserem Erstaufnahmezentrum hat es nichts zu tun, denn diese Asylwerber werden in der Statistik nicht mitgezählt“, betont Amtsleiter Bernhard Wenger. Er führt den Zuwachs vor allem auf die großen ESG-Wohnsiedlungen zurück, die laufend Bewohner anziehen.

Ähnlich die Lage in Baldramsdorf (plus 2,2 Prozent). Bürgermeister Herbert Gerber: „Wir haben eine Infrastruktur mit Kindergarten, Volksschule und 130 Genossenschaftswohnungen, daher gibt es laufend neue Anfragen.“

Die Abkehr von der „Landflucht“ macht sich vor allem in St. Margareten im Rosental bemerkbar (plus 2,3 Prozent). Bürgermeister Lukas Wolte: „Viele unserer Bewohner arbeiten in Klagenfurt und Ferlach, da wird Wohnen aber immer teurer, daher siedeln sie zurück und bauen sich bei uns Häuser.“ Das habe im Vorjahr auch zu einem Geburtenboom in der Gemeinde geführt

Anders die Lage in Mallnitz. Der Einwohnerrückgang von 3,7 Prozent habe laut Bürgermeister Günter Novak mit der Digitalisierung zu tun. „Früher haben viele Eisenbahner bei uns gewohnt. Nach der Modernisierung des Bahnhofes arbeiten sie nicht mehr bei uns.“

Überdies habe die Gemeinde viele Zweitwohnsitze, die nicht gezählt werden.

Der Oberdrauburger Bürgermeister Stefan Brandstätter sieht den Rückgang (3,7 Prozent) gelassen: „In Wahrheit erleben wir im Speckgürtel von Lienz einen permanenten Zulauf.“

Die Verluste in der Statistik seien hauptsächlich auf den Abzug von Asylwerbern zurückzuführen.

 

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf
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