Di, 20. Februar 2018

Am Weg nach Europa

08.02.2018 09:22

Damir Canadi: „Schau, so böse bin ich gar nicht“

Damir Canadi blühte beim Besuch der "Kronen Zeitung" in Athen richtig auf. Mit Atromitos ist er sensationell auf dem Weg in die Europa League. Am Donnerstag muss im Cup-Viertelfinale gegen PAOK fast ein Wunder her.

Graffitis. An fast jeder Hausmauer, sogar auf der U-Bahn. Typisch für Athen. Auch in Peristeri, dem Heimatbezirk von Atromitos. Wo beim Trainingszentrum außen der Beton bröckelt. Doch unter der veralteten Tribüne taucht man in eine unerwartete Welt ein. Damir Canadis Welt. "Das hast jetzt nicht erwartet", grinst der Wiener beim Besuch der "Krone" und präsentiert das Klub-Gebäude mit Büros, Kraftkammer, Kabinen, Tageszimmern, modernstem Wellnessbereich, Küche, medizinischer Abteilung.

"Alles, was man braucht, so kann man arbeiten", nickt Canadi. Der auch schon einen zusätzlichen Kunstrasen in Auftrag gegeben hat. Sein Wort wird gehört. Vom Präsidenten und seinen Spielern. Mit denen auch vor der "Krone" der Schmäh rennt. Halt auf Englisch. "Schau, so böse bin ich gar nicht", scherzt der 47-Jährige ohne Verständnis für sein ramponiertes Griesgram-Image aus Hütteldorfer Zeiten.

Orie als Freistilringer
In Athen blüht Canadi auf. Anfangs skeptisch beäugt, mittlerweile wird er als Vortragender eingeladen, die Fitness und das Offensivspiel von Atromitos gelobt. Vieles hat er umgekrempelt, alles kann er nicht ändern. So agierte Eric Orie, sein Assistent, auf Canadis Befehl an der Outlinie oft wie ein Freistilringer. Da hat der Holländer jetzt resigniert: "Ich habe einfach keine Chance, unsere Ersatzspieler zurückzuhalten." Denn bei jedem Pfiff wird reklamiert, geschimpft, gibt’s kein Halten. "So ist die Mentalität", hat sich Canadi damit arrangiert. Er genießt die Emotionen, dass bei Heimspielen sein Weg zur Bank mit Standing Ovations begleitet wird. "Eine schöne Wertschätzung."

50 Millionen weniger
Die er sich erarbeitet hat. Platz vier in der Liga ist einzementiert, der Weg nach Europa frei. Und auf das Top-Trio AEK Athen, PAOK Saloniki und Olympiakos fehlen "nur" zwei Siege. Allerdings auch 50 Millionen Euro im Budget. Das spürt man auch bei manchen Pfiffen. Die Großen sollen halt die Großen bleiben.

Dagegen stemmt sich Canadi. Am Donnerstag will er im Cup-Viertelfinale gegen PAOK das Hinspiel-0:2 drehen. Wird schwer. Zumal drei seiner Topspieler von Saloniki nur ausgeliehen sind, nicht spielen dürfen. Das ist in Griechenland üblich. Wo Canadi länger bleiben könnte. Atromitos macht Druck, will unbedingt verlängern.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

 

krone Sport
Redaktion
krone Sport
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Liveticker
Für den Newsletter anmelden