Mo, 26. Februar 2018

Telefonieren im Urlaub

08.02.2018 06:17

Günstigeres Roaming brachte Handys zum Glühen

Mit der Angleichung der Roaming-Tarife innerhalb der EU an die nationalen Preise mit 15. Juni 2017 ist das Roaming explosionsartig angestiegen. "Im dritten Quartal 2016 waren es noch 407.990 Gigabyte an Daten, im gleichen Quartal 2017 allerdings schon 1.989.000 Gigabyte, die im EU-Ausland verbraucht wurden. Das entspricht einem Anstieg von 388 Prozent", rechnete die Regulierungsbehörde RTR am Mittwoch vor.

Der Trend der vermehrten Nutzung sei auch bei den Gesprächsminuten erkennbar. Vom 3. Quartal 2016 zum 3. Quartal 2017 stiegen die aktiven Roamingminuten von 88 Millionen auf 139,5 Millionen und somit um rund 58 Prozent. Passiv erhöhten sie sich von 66,5 auf 79,3 Millionen - also um 19 Prozent. Einen Rückgang gab es nur bei den Roaming-SMS (minus fünf Prozent). Die RTR führt das auf die verstärkte Nutzung von Messengerdiensten wie WhatsApp zurück.

Deutlich weniger Umsätze durch Datenroaming
Die größten Profiteure der EU-Roamingverordnung sind - auf den ersten Blick - die virtuellen Netzbetreiber, also Anbieter, die über kein eigenes Netz verfügen, sondern sich einmieten, wie etwa H.O.T.. Sie verzeichneten einen Anstieg beim Datenroaming von fast zweieinhalbtausend Prozent. Trotzdem gibt es für die Anbieter keinen Grund zum Jubeln. "Beim Datenroaming zum Beispiel sind die Endkundenumsätze der österreichischen Betreiber vom 3. Quartal 2016 zum Vergleichsquartal 2017 von knapp zehn Millionen Euro auf rund 260.000 Euro gesunken. Das sind rund 97 Prozent weniger", so die Regulierungsbehörde in einer Aussendung.

Wobei die Anbieter mit eigenem Netz (A1, T-Mobile und Drei) bzw. ihre Diskonttöchter zumindest vom Roaming der Urlauber in Österreich profitieren konnten, was für die virtuellen Betreiber nicht möglich war, da sie eben über kein Netz verfügen über das sie Roaming verrechnen könnten. "Sie müssen mit dem Nachteil hoher Auszahlungen bei sinkenden Umsätzen zu Rande kommen", so die RTR.

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