So, 18. Februar 2018

Nach „Duell“ in Wels:

07.02.2018 06:09

Messerstecher mit Facebook ausgeforscht

Die Szene erinnerte an den Filmklassiker „ denn sie wissen nicht, was sie tun“: In Wels gingen Montagabend ein 15- und ein 16-Jähriger aufeinander los, umringt von 25 Zuschauern! Der Jüngere fügte dem Älteren mit einem Messer zwei Wunden zu. Motiv des Kampfes war Eifersucht. Beide haben Migrationshintergrund. Die Polizei konnte den Täter mittels Facebook ausforschen.

Es war der früher gar nicht so seltene Gang auf die „Blutwiese“. Ein Bosnier (15) aus Stadl-Paura und ein Welser (16) trafen sich gegen 19.55 Uhr beim Freizeitpark in der Otto-Loewi-Straße im Welser Stadtteil Vogelweide. Ein berüchtigtes Grätzel, in dem es 2013 Serienbrandlegungen gab, 2015 wollte dort ein Serbe (30) einen Landsmann mit dem Auto über den Haufen fahren – angeblich gleich zweimal hintereinander. Im Februar 2001 ließ eine 19-jährige Mutter dort ihren kleinen Sohn verdursten. 25 „Freunde“ umringten die beiden Jugendlichen bei ihrem Duell. Nach gegenseitigen Provokationen und Einschüchterungsversuchen zog der Jüngere ein etwa 15 Zentimeter langes Messer aus der Tasche. Beim Gerangel erlitt der Ältere am linken Oberschenkel eine zwei Zentimeter lange und vier Zentimeter tiefe Stichwunde und einen Schnitt am rechten Unterarm. Er wurde im Spital ambulant behandelt.

Anzeige wegen schwerer Körperverletzung
Der Täter flüchtete, wurde aber von den Ordnungshüter noch in der Tatnacht mithilfe von Facebook ausgeforscht – Anzeige wegen schwerer Körperverletzung!

Viele sahen aus Spaß zu
Erschreckend fanden auch die Polizisten die Tatsache, dass zahlreiche Jugendliche aus Spaß zugesehen hatten.

"So etwas ist kein Kavaliersdelikt"
Der Welser FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß ist als gelernter Polizist in der Messestadt für Sicherheit und Integration zuständig: „So etwas ist die absolute Ausnahme bei uns in Wels. So eine Tat ist sicher kein Kavaliersdelikt, ich kann mich in den vergangenen Jahren an keinen ähnlichen Vorfall erinnern“.

Christoph Gantner/Kronen Zeitung

 

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