Mo, 19. Februar 2018

Auch Wirt verdächtig

06.02.2018 06:33

Mordanklage im Fall Krenn: Motiv war Geldgier!

Der Musiker Richard H. (24), seine Ex-Freundin Anna M. (20) und der Wirt Robert S. (29) sollen den reichen Salzburger Roland Krenn in dessen Villa getötet haben: Laut Anklage mit einer Kombination aus Schlaftabletten, Alkohol und Fesselungen. Offenbar wollten sie mit Krenns Geld „ein schönes Leben“ führen.

Im Zentrum der Anklagevorwürfe stehen drei Verdächtige: Der Flachgauer Musiker H. und Verkäuferin M. sollen den Mord durchgeführt haben, der oberösterreichische Wirt S. soll der Anstifter gewesen sein. In den Abendstunden des 19. Juli 2016 dürfte der vermögende Exzentriker seinen letzten Atemzug gemacht haben: H. und M. luden Krenn damals zu einem Essen in Obertrum (Sbg.) ein. Sie servierten ihrem Opfer selbstgemachte, mit Schlaftabletten gefüllte Pralinen sowie Alkohol. Als Krenn betäubt war, sollen sie ihn in seine Villa in Hellbrunn gebracht haben. Nachdem sie ihn fesselten und den Mund zuklebten, soll H. seine Freundin heimgebracht und danach wieder zurückgefahren sein und Krenn tot vorgefunden haben. Tage später soll er mit S. den leblosen Körper in dessen Stall im oberösterreichischen Haigermoos versteckt haben, wo er zehn Monate später gefunden wurde.

Verdächtiger in U-Haft redselig
Vor allem H. zeigte sich in der U-Haft redselig: Nach seiner Festnahme verriet er, wo die Leiche ist, präsentierte verschiedene Versionen des Vorfalles und belastete die beiden anderen Verdächtigen. Sein Anwalt Franz Essl: „Gemeinsam geplant war ein Raub. Der Tod wurde fahrlässig herbeigeführt.“ Anna M. und der Wirt S. bestreiten eine Beteiligung.

Sollten die Verteidiger binnen zwei Woche keinen Einspruch erheben, wird die Mordanklage rechtskräftig – dann ist das Landesgericht Salzburg am Zug. Der Akt liegt bei Jugendrichter Christian Ureutz.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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