Mo, 23. April 2018

Einstimmiges Urteil

03.02.2018 07:33

Lebenslange Haft nach Mord an Trink-Freund

Einstimmig fiel Freitagabend am Salzburger Landesgericht das Urteil der Geschworenen: Rene L. (34) wurde zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt (nicht rechtskräftig). Laut Anklage hatte der 14-fach vorbestrafte Mann Anfang Juni 2017 seinen alkoholkranken Freund (64) in dessen Wohnung im Salzburger Stadtteil Taxham brutal erwürgt. Was er zwar bestritt, 28 DNA-Treffer sowie Nachbarn und Bekannte belasteten ihn aber.

Freitag, 17.30 Uhr, verkündete ein Geschworenengericht des Landesgerichtes Salzburg die Entscheidung: Schuldig wegen Mordes. Lebenslange Freiheitsstrafe. Demnach hat Leitner seinen Freund und Flucht-Helfer mit seinen Fäusten brutal getötet.  „Ich bin ein Unschuldiger. Ich möchte einen Beweis“, redete der 14-fach vorbestrafte Verbrecher der Richterin zum Abschluss des zweitägigen Strafverfahrens ins Wort. Das Urteil nahm er nicht an. Daher ist es nicht rechtskräftig.

„Nicht mal die Haft hielt sie davor ab“, unterstrich zuvor Vorsitzende Martina Pfarrkirchner die Tatsache, dass er die Tat als ein gesuchter Häftling verübte. Drei Jahre saß der Salzburger nämlich in der Justizanstalt, bis er im März 2017 die Flucht ergriff. Sein Trink-Kumpane Josef Füßl (64) gewährte ihm Unterschlupf in seiner Wohnung in der Josef-Ressel-Straße in Salzburg-Taxham.

Dort lebte er laut Anklage über zweieinhalb Monate und besaß zwei Schlüssel. Jedenfalls bis zum 15. Juni als der Mordfall aufkam: Der Gestank der verwesenden Leiche brachte die Nachbarn dazu, die Polizei zu rufen. Kurz nach der Versiegelung des Tatortes, tauchte Leitner vor der Haustür auf: „Ich wollte nur meine Sachen holen“, versuchte er bei Prozessbeginn nuschelnd zu erklären und stellte eine Ermordung entschieden in Abrede. Er habe auch nur „5-6 Mal“ in der „versifften Bude“ geschlafen. Laute Streitereien soll es keine gegeben haben, „nur Diskussionen“, so Leitner. Nachbarn und Bekannte erzählten ganz Anderes, belasteten ihn massiv. Entlarvend waren die Spuren die er am Tatort hinterließ: 28 DNA-Treffer.

Von „massiver Brutalität“ sprach Staatsanwalt Marcus Neher. Füßl wurde geschlagen, getreten und erwürgt. Serien-Rippenbrüche, Zungenbein-Abbruch, Wirbel-Frakturen: „Verletzungen wie bei einem Verkehrsunfall“, so der Forensiker. Die klaren Indizien führten zur Verurteilung Leitners

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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