Mo, 23. April 2018

Heiße Debatte

31.01.2018 22:00

Schulschwänzer sollen mehr blechen!

Zur Kasse, bitte! Um höhere Strafen für Schulschwänzer ist in der Steiermark eine heftige Debatte entbrannt. Anlass dafür ist der Plan von Bildungsminister Heinz Faßmann, notorischen Fernbleibern vom Unterricht bis zu 660 Euro Geldbuße aufzubrummen.

Seit dem Schuljahr 2013/14 greifen die Behörden auf ein fünfstufiges Sanktionsmodell zurück: Wer zum Beispiel an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt zuhause bleibt, muss mit der Einschaltung des Direktors, des Schulpsychologen, der Schulaufsicht und eventuell sogar der Jugendwohlfahrt rechnen. Dass auch Verwaltungsstrafen verhängt wurden – maximal 440 Euro –, kam bis dato aber kaum vor.

Das könnte sich bald ändern. Geht es nach dem Bildungsminister, ist das bisherige System zu komplex. Er will den finanziellen Strafrahmen deutlich erhöhen und zwischen 110 und 660 Euro Geldbuße verhängen. Gute oder schlechte Idee? Wir haben uns in der Steiermark umgehört.

Ablehnend auf den türkisen Plan reagiert SP-Bildungslandesrätin Ursula Lackner. Weil das Boykottieren des Unterrichts vielschichtige und persönliche Ursachen habe, sei die Schulsozialarbeit ein viel wirkungsvolleres Instrument. „Es wäre daher effektiver, wenn die Regierung dafür ausreichend Mittel zur Verfügung stellen würde!“

Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner wiederum bestätigt, dass bereits jetzt genau kontrolliert werde: „Der Landesschulrat bringt gut zwölf Fälle jährlich zur Anzeige.“ Es handle sich dabei um einen „gravierenden Verstoß gegen das Schulpflichtgesetz und nicht um das Fernbleiben vom Unterricht in Einzelfällen“, stellt Elisabeth Meixner klar.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger

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