Mo, 23. April 2018

„Krone“-Schultelefon

01.02.2018 06:01

Rückstufung in Volksschule ist oft Chance

„Mein Sohn ist noch sehr verspielt, soll deshalb von der dritten in die zweite Klasse Volksschule rückgestuft werden. Soll ich zustimmen?“, fragte ein besorgter Vater am „Krone“-Schultelefon. Pädagogen sehen solche Rückstellungen nicht als Strafe, sondern als Chance für das Kind, verzögerte Reifeentwicklung aufzuholen.

„Mein Sohn geht jetzt in die dritte Klasse Volksschule. Der Lehrkörper hat empfohlen, ihn zurückzustellen, weil er von der Entwicklung her noch nachhinkt. Jetzt ist meine Frage: Tut man das im Halbjahr? Oder sollen wir zuwarten?“, wollte ein besorgter Vater aus dem Bezirk Steyr-Land von Landesschulinspektor Franz Payrhuber wissen. Der Pädagoge antwortete: „ Beide Varianten sind möglich, da kommt es auf das Kind an. Grundsätzlich ist eine Rückstellung eine gute Sache. Das Kind hört den Stoff nochmal, kann ihn auch in Zusammenhang mit dem Lehrstoff der 3. Klasse besser einordnen und – ganz wichtig – das Kind hat Erfolgserlebnisse. So etwas brauchen Kinder gerade in der Volksschule, wo es wichtig ist, dass die gute Lernhaltung eingeübt wird. Einer meiner Söhne wurde auch zurückgestellt. Mittlerweile ist er Physiotherapeut.“

Kleine „Trödlerin“ bekommt nun Zweier
Wie wichtig die Mitarbeit bei der Benotung ist, wollte eine Linzer Mutter wissen. Ihre „Prinzessin“ besucht ebenfalls eine 3. Klasse Volksschule und hat tolle Noten, doch weil sie im Unterricht gerne trödelt und unaufmerksam ist, will ihr die Lehrerin in Deutsch und Mathematik im Semesterzeugnis jeweils einen Zweier „verpassen“. „Die Mitarbeit zählt bei der Notengebung, das sagt der Gesetzgeber eindeutig. Allerdings ist nicht definiert, wie sie gewichtet wird, das sorgt für Unsicherheit“, erklärt LSI Franz Payrhuber. Auch die Mutter sieht ein, dass ihre Tochter vielleicht „einen kleinen sprichwörtlichen Tritt in den Allerwerstesten“ benötigt, um dem Unterricht aufmerksamer zu folgen.

Eventuell könnte das Mädchen auch eine Hochbegabung sein.
In den dritten Klassen werden Talente flächendeckend getestet.

Große Kinder machen auch große Sorgen
Seit fünf Jahren hat eine Klasse einer HAK im Salzkammergut denselben BWL-Lehrer. Es gibt immer wieder Beschwerden der Schüler, dass ihnen dieser Pädagoge nichts beibringt. Friedrich Schneeweiß vom Landesschulrat rät, sofort Kontakt mit der Direktorin aufzunehmen, auch der Landesschulrat als Behörde werde einschreiten.


Christoph Gantner/Kronen Zeitung

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