Fr, 20. April 2018

Gilt für Erwerbstätige

31.01.2018 09:20

Startschuss für Studiengebühren auch in Tirol

Trotz der Budgeterhöhung für die Universitäten wird ab Herbst abkassiert. Betroffen sind vorerst erwerbstätige Studenten. Spannend wird, ob und wie die einzelnen Hochschulen ihre Autonomie ausnutzen. An der Universität Innsbruck wird derzeit über die Situation sowie weitere Schritte nachgedacht. 

Die Regierung beschließt heute im Ministerrat, das Budget der öffentlichen Universitäten aufzustocken, dennoch werden ab Herbst Studiengebühren eingeführt. Konkret sind vorerst lediglich erwerbstätige Studenten von der neuen Regelung betroffen. Nach zwei Toleranzsemestern werden sie zur Kasse gebeten. Momentan beträgt der Studienbeitrag insgesamt 363,36 Euro pro Semester. Doch der heutige Beschluss soll nur den Weg zu allgemeinen Studiengebühren für alle ebnen. Bereits das Regierungsprogramm der ÖVP hat diesen Schritt erahnen lassen.

61 Prozent arbeiten im Schnitt 20 Stunden
Ziel der neuen Regelung: „Langzeitstudenten zu einem zügigen und vor allem erfolgreichen Studienabschluss zu bewegen“, so der zuständige Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (siehe Interview). Es seien nur 23.000 Studenten betroffen, heißt es aus dem Ministerium. Doch der Uni-Alltag sieht anders aus. Von den 280.000 Uni-Studenten in Österreich arbeiten 61 Prozent im Durchschnitt 20 Stunden in der Woche. Mehr als die Hälfte hat jedoch Schwierigkeiten, Job und Studium unter einen Hut zu bekommen. So lautet die Kurzfassung der aktuellsten Sozialerhebung der Studierenden.

Doppelbelastung erschwert die Situation
Auch die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), Marita Gasteiger, bestätigt im „Krone“-Gespräch: „Studien belegen, dass bei Einführung von Studiengebühren mehr Studenten arbeiten müssen, um finanziell über die Runden zu kommen.“ Eine Aussage, die auch vom Vorsitzenden der ÖH Innsbruck, Dominik Berger, durchaus geteilt wird: „All jene berufstätigen Studierenden, die sich jetzt schon hart tun, werden durch diese neue Regelung noch mehr diskriminiert.“ Mit der Einführung von Semesterbeiträgen öffnet sich somit ein Teufelskreis: Die Doppelbelastung von Studium und Job verlängert die Zeit bis zum Erreichen des akademischen Titels. Viele brechen wegen des zusätzlichen Drucks ihr Studium ganz einfach ab.

Unis suchen nach autonomen Lösungen
Auf Nachfrage der „Krone“ heißt es von Seiten der Uni Innsbruck, dass aktuell noch über die Situation und weitere Schritte nachgedacht wird. Der Vizerektor der Uni Linz, Andreas Janko, hingegen könnte sich durchaus vorstellen, erwerbstätige Studenten vom Beitrag zu befreien, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Die ÖH wünscht sich eine österreichweite Lösung.

 

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner

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