So, 22. April 2018

Messer-Attacke

31.01.2018 16:06

DNA-Treffer belasten Verdächtigen

Florin C. (42) bleibt bis März in Untersuchungshaft, entschied eine Haftrichterin im Landesgericht Salzburg, begründete dies mit „dringendem Tatverdacht“. Versuchter Mord wird dem albanischen Asylwerber angelastet: Einem Security soll er Mitte Oktober ein Messer in den Rücken gerammt haben. Es gibt drei DNA-Treffer.

„Er hat keine wie auch immer geartete Tötungsabsicht gehabt“, betont Verteidiger Peter Lechenauer gegenüber der „Krone“. Vielmehr seien die Verletzungen des Türstehers aus dem Streit heraus entstanden. Die Ermittlungen befänden sich jedenfalls nun im „Endstadium“, so der Salzburger Anwalt.

„Kommissar DNA“ schlug zu

Kürzlich langte in dem Fall das Gutachten der Gerichtsmedizin  ein: Laut diesem gibt es drei DNA-Treffer, die den Albaner  belasten.  Ein weiteres Gutachten steht noch aus.

Bluttat im Tanz-Lokal

Passiert ist die Bluttat in den frühen Morgenstunden des 14. Oktober: Mit einer Frau tanzte C. in einem Lokal in der Salzburger Gstättengasse. Ein Mann begann zu pöbeln, der Albaner fühlte sich provoziert – die Situation eskalierte. Als ein Türsteher schlichten wollte, soll C. sein Messer gezückt und ihm zweimal in den Rücken gestochen haben. Das Opfer erlitt keine lebensbedrohlichen Verletzungen.

Kurz danach konnte die Polizei den mutmaßlichen Messerstecher festnehmen. Seither sitzt C. in  der Justizanstalt Puch-Urstein in U-Haft. Er meint: „Alles was passiert ist, war unabsichtlich.“ Er sei betrunken und im Kokain-Rausch gewesen, deshalb könne er sich auch nicht erinnern.

Dunkles Kapitel in Albanien

Bereits Ende November 2017 lüftete die „Krone Salzburg“ aber ein dunkles Geheimnis des Mannes: Im Juli 2000 wurde C. in der albanischen Stadt Puke zu 17 Jahren Haft verurteilt. Er hat vorsätzlich einen Mord begangen, stellt das dortige Gericht fest. Aus Blutrache, weil er mit Holzstöcken geschlagen wurde. Damals, im Alter von 22 Jahren, besorgte C. sich eine AK-47, ein vollautomatisches Sturmgewehr – besser bekannt als „Kalashnikov“ – und tötet denjenigen, der ihn Monate zuvor schlug. Nach 13,5 Jahren im Gefängnis kommt der Albaner raus und verlässt mit Frau und Kind sein Heimatland. Im März 2012 erreicht er Österreich und beantragt  Asyl: Er fürchtet Rache.

Doch auch hier hält sich der Asylwerber nicht an die Gesetze: 16 Monate sitzt er in der Justizanstalt Ried (OÖ) ab, schuldig gesprochen wurde er wegen Einbruchsdiebstählen. Vor einem halben Jahr folgte im Zuge der Trennung von seiner Frau eine Anzeige: Nötigung. Auch ein Betretungsverbot wird ausgesprochen.  C. bekommt eine andere Asylunterkunft, lebt von der Grundversorgung. Doch nach sechs Jahren ist sein Asylverfahren noch immer nicht abgeschlossen.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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