Mo, 23. April 2018

Prozess in Innsbruck

30.01.2018 23:01

Security im Flüchtlingsheim vergriff sich an Buben

„Viel tiefer geht‘s nicht“, resümierte der Richter nach dem Prozess am Dienstag gegen einen 51-jährigen am Landesgericht. Der Angeklagte hatte sich als Security-Mitarbeiter in einem Innsbrucker Flüchtlingsheim an zwei Buben vergriffen. Nur das freimütige Eingeständnis der Vorfälle bewahrte den Mann vor dem Gefängnis.

Mit Geschenken – vom gemeinsamen McDonald’s-Essen bis hin zum iPhone – erschlich sich der 51-Jährige das Vertrauen von minderjährigen Flüchtlingen und nahm sie auch in seine Wohnung mit. Dort spielten sie nicht nur Computerspiele, sondern der Angeklagte kam den Buben auch körperlich näher. Bei einem erst 11-Jährigen soll er laut Anklage die Hose geöffnet und ihn am Geschlechtsteil massiert haben. Dies soll über der Unterhose passiert sein – dennoch sexueller Missbrauch eines Unmündigen. Als das Kind die Wohnung verließ, verfuhr er mit dem zweiten Buben (zum Tatzeitpunkt 14 Jahre) ganz ähnlich, obwohl dieser seine Ablehnung klar geäußert hatte.

Angeklagter verharmloste Vorfälle
Es sei doch alles ganz harmlos gewesen, er habe die Kinder halt betatscht, es sei in deren Einverständnis gewesen, wollte der Angeklagte die Vorfälle verharmlosen. „Da stellt’s mir die Haare auf, ein reumütiges Geständnis war das nicht“, plädierte daraufhin die Staatsanwältin.

Zugute kam dem 51-Jährigen, dass er beim Übergriff auf den 11-Jährigen sogar eine längere Dauer zugab, als ihm vorgeworfen worden war. Der Bub selbst konnte dies vor Gericht nicht mehr präzisieren, seine Familie wurde inzwischen abgeschoben. Aufenthalt unbekannt.

Der Schöffensenat verhängte 15 Monate bedingte Haft, 3600 Euro Geldstrafe und 500 Euro Teilschmerzensgeld für den 14-Jährigen. „Sie haben nicht nur Kinder missbraucht, sondern noch dazu jene, die wegen einer Notsituation bei uns sind“, verdeutlichte der Richter die besondere Verwerflichkeit der Taten.

Andreas Moser
Andreas Moser

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