So, 22. April 2018

Prozess vertagt

29.01.2018 17:34

Messerattacke auf Bürgermeister

„Ich habe ihn attackiert für nichts und wieder nichts“:  Einsichtig gab sich ein 41-Jähriger, der im Vorjahr ein Messerattentat  auf den Bürgermeister der oberösterreichischen Gemeinde Dimbach, Josef Wiesinger, verübt hatte, beim Prozess in Linz.  Die Staatsanwaltschaft verlangt trotzdem seine Einweisung in eine Anstalt.

Gefährliche Szenen spielten sich am 6. September 2017 im Gemeindeamt von Dimbach ab. Der Niederösterreicher lebte in dem Wahn, dass ihn Bürgermeister Wiesinger verleumde. Er sei durch ihn  gekündigt und gepfändet worden. Der Mann stürmte in die Amtsstube, sprühte dem Lehrmädchen und dem Ortschef Pfefferspray ins Gesicht und bedrohte ihn mit einer Gaspistole: „Du gehörst weg!“ Den Amtsleiter, der seinem Chef zur Hilfe eilte, versetzte er einen Stich in den Arm.

Nicht schuldfähig
Für die Opfer eindeutig ein Mordversuch, für die Justiz  gefährliche Drohung und schwere Körperverletzung. Richterin Eva-Lena Höpfl muss aber „nur“ über die Einweisung des Angreifers in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher entscheiden. Laut Psychiaterin Adelheid Kastner ist der Mann weder zurechnungs- noch schuldfähig, da er an einer wahnhaften Störung leidet – möglicherweise eine Folge eines schweren Verkehrsunfalles. Ohne Behandlung bestehe die Gefahr weiterer Straftaten, so die Gutachterin.

"Ich hatte mit dem Leben abgeschlossen"
Diesen Eindruck versuchte der Niederösterreicher am Montag zu vermeiden. Er räumte ein, dass er sich aufgrund seiner Erkrankung alles nur eingebildet habe: „Der Bürgermeister hat im Prinzip überhaupt nichts gemacht.“ Die Verletzung des Amtsleiters stellte er als Folge eine Abwehrbewegung dar. Sie sei „in einem Gerangel“ entstanden, er wollte den Gemeindebediensteten nicht verletzen, sagt er heute. Bürgermeister Josef Wiesinger wollte den Angreifer im Gerichtssaal nicht sehen, zu tief sitzt die schreckliche Erinnerung an  das Attentat: „Ich hatte schon mit meinem Leben abgeschlossen.“ Der Prozess wurde für  Zeugeneinvernahmen und zur Gutachten-Erörterung vertagt.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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