Do, 19. April 2018

Pyeongchang 2018

29.01.2018 08:59

Goldene Generalprobe für Julia Dujmovits und Co.

An Tagen wie diesen wünscht man sich Olympische Spiele. Bei ihren letzten Bewerben vor der Medaillenjagd in Pyeonchang siegten Daniela Iraschko-Stolz, Julia Dujmovits und Anna Gasser. Das macht Hoffnung für Korea.

Daniela Iraschko-Stolz: In 83 Tagen zur Siegspringerin
Fast klingt es nach einem medizinischen Wunder: Am 6. November musste sich Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz am rechten Knie der x-ten Operation unterziehen, 83 Tage später krönte die 34-jährige Wahl-Innsbruckerin ihr Comeback mit einem Sieg beim Weltcup im slowenischen Ljubno."Ich habe in den vergangenen Wochen wirklich jeden Tag unglaublich hart an den verschiedenen Schwachstellen gearbeitet, dafür wurde ich belohnt", hatte die Ex-Weltmeisterin eine bodenständige Erklärung für die Sensation.

Vielleicht halfen der Adler-Pionierin auch die Eigenheiten des Ljubno-Bakkens ein bisschen auf die Sprünge. "Die Schanze hier kommt mir sicher entgegen, weil hier fast jede Springerin ihre Schwierigkeiten hat. Weil man sehr geschmeidig springen muss", sagte Iraschko-Stolz, die die norwegische Seriensiegerin Maren Lundby um 1,8 Punkte auf den zweiten Platz verwies.

Weil der Heim-Weltcup in Hinzenbach wegen Schneemangels abgesagt wurde, findet der nächste Wettkampf schon bei den Olympischen Spielen statt. "Ich habe trotzdem keine Medaillenziele. Ich habe nach der Verletzung nichts zu verlieren, ich kann dort nur gewinnen", meinte Daniela.

Julia Dujmovits: Das Ende einer Durststrecke
"Das Wichtigste ist, dass ich jetzt bereit für Korea bin.“ Boarderin Julia Dujmovits, vor vier Jahren in Sotschi Slalom-Olympiasiegerin, hat mit dem Riesentorlauf eine Rechnung offen. Am Sonntag in Bansko (Bul), im letzten Weltcup vor den Winterspielen, zeigte sie nach 1065 sieglosen Tagen, was sie draufhat. "Schon die Quali war gut, was sehr wichtig ist", lächelte die Burgenländerin. Die dabei aber Glück hatte – denn im zweiten Lauf kam die Russin Tudegesheva auf sie zu, ein Zusammenstoß konnte nur knapp vermieden werden!

Mit dem gewohnten Brett, das sie auch bei den Podiumsplätzen in Lackenhof und Rogla gefahren war, carvte Dujmovits dann in den Finalläufen zum vierten Weltcuperfolg. "Freitag habe ich ein längeres Board ausprobiert", gestand die 30-Jährige, "im zweiten Bewerb bin ich wieder zum alten Setup zurückgekehrt." Auch in Pyeongchang wird das Material eine Rolle spielen. Wer dort Favoritin ist? Eindeutig eine: Ester Ledecka (Tch), fünffache RTL-Saisonsiegerin. "Aber jeder hat Druck, jeder will gewinnen – man darf sich keinen Fehler erlauben", weiß Dujmovits. Deren Sieg einen Wermutstropfen hatte: Sabine Schöffmann verletzte sich am Sprunggelenk, wird am Montag in Österreich genauer untersucht. 

Anna Gasser: Neuer Trick für oberstes Podest
Snowboard-Freestylerin Anna Gasser erfüllte sich in Aspen (US) einen großen Traum: Die X-Games zu gewinnen, zählt bei allen Freestylern zum Höchsten der Gefühle. Der Kärntnerin gelang dies beim Big-Air-Contest mit Bravour – 86 Punkte! Und das, obwohl es kurz vor dem Actionsport-Event eine Programmänderung gab, die Anna nicht ganz ins Konzept passte. Ein Sprung in jede Richtung wurde zum Muss im Bewerb.

"Das war schwer für mich. Ich dachte, dass ich dadurch nicht mehr so gute Chancen haben werde. Aber es hat auch dazu geführt, dass ich Tricks gemacht habe, die ich noch nie im Contest gesprungen bin, etwa den ,frontside 900 double‘." Womit sie der Konkurrenz, wie US-Star Jamie Anderson, keine Chance ließ. Und nun in der beeindruckenden Erfolgs-Bilanz von Gasser tatsächlich nur noch Olympia-Gold fehlt. Auf das die Sportlerin des Jahres mit Big Air und Slopestyle gleich zwei Chancen hat.

Vor dem Rückflug nach Europa und dem bevorstehenden Abenteuer Olympia genoss Anna in den USA den Trubel, absolvierte TV- und Zeitungsinterviews. Die 26-Jährige ist in den Staaten sehr beliebt, ein großer Teil ihrer mittlerweile 189.000 Follower auf Instagram kommt aus Übersee. "Akrobatische Sportarten haben hier einfach einen viel höheren Stellenwert", erklärt sich Anna ihre Popularität in Amerika.

Norbert Niederacher, Verena Höchstätter und Anja Richter, Kronen Zeitung

 

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