Do, 14. Dezember 2017

Am Fuß verletzt

21.09.2009 10:04

23-jähriger Bergsteiger vom Watzmann gerettet

Ein 23-jähriger Deutscher ist am Wochenende beim Abstieg von der Watzmann-Südspitze umgeknickt und hat sich am Fuß verletzt. Aufziehender Nebel verhinderte eine Rettungsaktion per Hubschrauber. Die Helfer mussten den Verletzten zu Fuß ins Tal bringen.

Der 23-jährige Bergsteiger aus der Nähe von Erfurt war mit seinen vier Begleitern am Samstag beim Abstieg von der Watzmann-Südspitze. In etwa 2.000 Metern Höhe knickte er um, stürzte und verletzte sich am rechten Knöchel.

Instabiler Kreislauf
Zunächst begegneten der Gruppe zufällig zwei Ramsauer Bergwachtmänner, die nach einer privaten Tour aus der Ostwand kamen. Sie leisteten Erste Hilfe und halfen dem Verletzten aus der Wandstufe oberhalb des Goldbrünndls bis hinunter aufs Geröllfeld. Dort verschlechterte sich der Zustand des 23-Jährigen, sein Kreislauf wurde instabil.

Abstieg vorerst nicht möglich
Ein weiterer Abstieg über den ausgespülten und in schlechtem Zustand befindlichen Steig zum Grieß schien nicht mehr möglich. So blieb ein Bergretter bei der Gruppe, während der andere zur Grießhütte abstieg und von dort aus die Bergwacht alarmierte, weil an der Unfallstelle kein Handyempfang war.


Keine Landung im Nebel
Normalerweise ist eine Hubschrauberrettung vom Goldbrünndl problemlos möglich, weil der Pilot dort ohne Rettungstau landen kann. Am Samstag nahm die Besatzung des Notarzthubschraubers "Heli 3" bei einer Zwischenlandung noch einen ortskundigen Bergretter aus Ramsau auf. An eine Landung beim Verletzten war wegen des Nebels aber nicht zu denken. In einem gekonnten Manöver gelang es dem Piloten noch, den Bergwachtmann auf dem schmalen Grat rechts vom Steig auszusetzen, bevor der Nebel weitere Flüge gänzlich unmöglich machte.


Zu Fuß Richtung Tal
Mittlerweile waren zwei Bodenmannschaften der Bergwacht mit Motorrädern und einem Geländefahrzeug ins Wimbachgries aufgebrochen. Auch jener Bergretter, der die Hilfsmannschaften verständigte, stieg wieder auf, da klar war, dass eine Rettung per Hubschrauber in dem dichten Nebel nicht mehr möglich sein würde. Zusammen mit den Freunden des Verunglückten, der sich ein wenig erholt hatte, gelang es den Bergrettern ihn mit Seil und Gurten gesichert und auf Stöcke gestützt weiter abwärts zu führen.


Zweistündige Tortur
Nach zwei Stunden mit zusammengebissenen Zähnen war das Wimbachgries und somit der Geländewagen erreicht. Während seine Begleiter wie geplant in der Wimbachgrieshütte übernachteten, wurde der 23-Jährige ins Kreisklinikum Bad Reichenhall gebracht. Gegen 21 Uhr war der Einsatz für die Bergretter abgeschlossen.
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